ZIM-Innovationsnetzwerke: mehr Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit

18. Mai 2026

ZIM-Innovationsnetzwerke lassen Partnerschaften entstehen, schaffen den Zugang zu gebündeltem Know-how, fördern den Wissenstransfer und beschleunigen Innovationen. Das gilt auch für das bei ZENIT angesiedelte ZIM-Innovationsnetzwerk HyTherPro – Hybride Thermoprozesse, das jetzt in die zweite Phase starten möchte und dafür weitere Partner sucht. In unserer kleinen Interviewreihe zur Mitarbeit in ZIM-Netzwerken beschreibt Netzwerk-Mitglied Frederick Lessmann vom Start-up HyperHeat, was die Mitarbeit im Netzwerk sinnvoll macht und welche Potenziale er sieht.

Die 2023 in Offenburg gegründete HyperHeat GmbH, die auch einen Standort in Köln hat, entwickelt elektrische Hochtemperatur-Heizlösungen für energieintensive Industrien. Dank proprietärer Keramiktechnologie erreichen die vollelektrischen Heizer bis zu 2.000 °C mit einem Wirkungsgrad von 98 Prozent und das über mehr als zehn Jahre Lebensdauer hinweg. Hybride Konzepte schaffen bereits heute wirtschaftliche Vorteile und ermöglichen eine schrittweise Elektrifizierung von standardmäßig gasbetriebenen Industrieöfen. Mit Partnern skaliert HyperHeat momentan in den Multi-Megawatt-Maßstab. Im Netzwerk HyTherPro fokussiert sich das Unternehmen auf hybride Heizlösungen, die fossile und elektrische Energie kombinieren, um Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit in Hochtemperaturprozessen zu steigern und bestehende Öfen damit schrittweise zu dekarbonisieren.

Interview mit Frederick Lessmann, Co-Geschäftsführer der HyperHeat GmbH

Was hat Ihr Unternehmen dazu motiviert, sich in einem ZIM-Netzwerk zu engagieren und welche Erwartungen haben Sie?
Die industrielle Prozesswärme insgesamt ist für rund 20 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Und die Hälfte davon fällt in Prozessen an, die Temperaturen oberhalb von 1.000 Grad Celsius benötigen. Diese Prozesse wollen wir elektrifizieren. Dass eine solche Mammutaufgabe nur mit starken Partnern umsetzbar ist, versteht sich von selbst. Wir hatten bereits Erfahrung in der Mitarbeit in einem ZIM-Innovationsnetzwerk und freuen uns, aktuell gemeinsam mit der RWTH Aachen in dem daraus entstandenen Forschungsprojekt HyperTherm zur Entwicklung eines elektrischen Hochleistungsprozessgaserhitzer als Retrofitlösung für Thermoprozessanlagen aktiv zu sein.

Vor welchen Herausforderungen stehen energieintensive Unternehmen und wie kann ein ZIM-Netzwerk Marktveränderungen oder dem Wettbewerbsdruck begegnen?
Der momentane Transformationsdruck ist enorm hoch. Es sind nicht nur die politischen Vorgaben, die den Handlungsdruck erzeugen. Es sind vor allem die Wirtschaftlichkeit mit Themen wie CO2-Bepreisung und Wettbewerbsumfeld sowie ein Investitionsstau in vielen Unternehmen, denen mit intelligenten Lösungen begegnet werden muss.

Welche konkreten Forschungs‑und Entwicklungsvorhaben möchten Sie im Rahmen des ZIM‑Netzwerks voranbringen, und welche Partner oder Kompetenzen benötigen Sie dazu?
Wir wollen effiziente, hybride Technologien anbieten, die jeweils den Energieträger nutzen können, der in diesem Moment gerade besonders kostengünstig ist. Das passt ideal zum ZIM-Netzwerk HyTherPro. Hier arbeiten Akteure aus Industrie und Forschung, darunter Anwenderunternehmen, Softwarehersteller, Dienstleister, Anbieter von Energiespeicherlösungen, Steuerungs- und Brennertechnologien, wissenschaftliche Institute und Verbände, zusammen. Unser gemeinsames Ziel ist es, modulare Systeme zur Integration erneuerbarer Energien, Speicher und intelligente Steuerung zu entwickeln. Und das bedarfs-, preis- oder wetterabhängig.

Welche Rolle spielen Fördermöglichkeiten wie ZIM und wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten für neue Produkte oder Dienstleistungen ein, die aus der Netzwerkzusammenarbeit entstehen könnten?
Das vergangene Projektjahr war spannend und wir freuen uns schon jetzt auf die geplante zweite Phase. Toll wäre, in dieser auch Unternehmen aus der Glas- und Keramikindustrie begrüßen zu können, weil es dort riesige Potenziale für eine hybride Energienutzung gibt. 
Für uns war Phase 1 schon deshalb ein Erfolg, weil wir gemeinsam mit zwei HyTherPro-Netzwerkpartnern vor kurzem einen Antrag für das ZIM-Forschungsprojekt „InnoHeat“ eingereicht haben. Im Mittelpunkt steht die systematische Entwicklung und Erprobung einer neuartigen CO₂-freien elektrischen Hochtemperaturbeheizung, die erstmals Prozesslufttemperaturen bis etwa 1.500 °C bereitstellen soll. Durch diese Zielsetzung soll eine bestehende technologische Lücke geschlossen werden, da marktverfügbare elektrische Systeme bislang meist nur Temperaturen von 700 bis 800 °C erreichen und damit für viele industrielle Anwendungen unzureichend sind.

Für die im Sommer 2026 geplante Phase 2 freuen sich die ZENIT-Netzwerkmanager auf interessierte Unternehmen.

Webseite HyperHeat GmbH
Interview „Die Industrie sucht effiziente Alternativen für Gas“ mit Frederick Lessmann auf Green Works
Artikel aus Magazin „Wirtschaft im Südwesten“ (IHK):  Hyperheat aus Offenburg. Alles nur heiße Luft Webseite ZIM-Innovationsnetzwerk HyTherPro – Hybride Thermoprozesse

Netzwerkmanagement bei ZENIT

Seit mehr als zehn Jahren managt ZENIT im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) Innovationsnetzwerke.

Benefits für Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Verbände:

  • Direkter Zugang zu Förderprogrammen
  • Hohe Bewilligungsquote
  • Optimale Unterstützung durch hohe Fördermittel
  • Effiziente Antragstellung
  • Intensiver Wissensaustausch und Synergien
  • Hohe Fördermittel und Erfolgsquote

Mehr zum ZIM-Netzwerkmanagement bei ZENIT

Interview zur Mitarbeit im ZIM-Innovationsnetzwerk InnoNetPPE (Personal Protection Equipement) mit dem Unternehmen Penkert
Interview mit der RMA Real Estate Management Assistance GmbH zur Mitarbeit im ZIM-Innovationsnetzwerk NaBakS (Nachhaltige Bauinnovationen für klimaneutrale Sportstätten)


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