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„nonu“ heißt die App des Start-ups neuroTime aus Duisburg – eine innovative Strukturierungshilfe ohne klassische Zeitanzeige und vor allem ohne Zahlen. Zielgruppe sind Menschen mit zeitlicher Desorientierung, darunter zum Beispiel Menschen mit Autismus oder Demenz. Die Vision der fünf Gründer: Mehr Teilhabe durch Autonomie. Die App des neuen Netzwerk ZENIT-Mitglieds ist bereits erhältlich; nach zwei Wochen kostenloser Testphase für 4,99 Euro monatlich.
Das im Jahr 2024 gegründete Start-up, beheimatet in der Villa Anthropia auf dem Haniel-Campus in Duisburg-Ruhrort, verfolgt eine klare Mission: Menschen eine barrierearme Teilhabe am Alltag zu ermöglichen, ohne eine Zeitkompetenz oder Zeitgefühl vorauszusetzen.
Viele der Nutzerinnen und Nutzer, darunter Personen mit Autismus, Intelligenzminderung, Demenz oder auch Kleinkinder, leiden unter zeitlicher Desorientierung, was sie im Alltag häufig von Anderen abhängig macht.

Mit „nonu“ setzt neuroTime einen radikalen Paradigmenwechsel in der Zeitwahrnehmung. Anstelle klassischer Ziffern und Minutenangaben werden farbige Segmente und individuelle Bilder eingesetzt, die bestimmte Tätigkeiten oder ganze Tagesabläufe visualisieren. Ein einzelner Marker zeigt die verbleibende Zeit bis zur nächsten Aktivität – ganz ohne sprachliche oder mathematische Hürden.
Entwickelt wurde das Konzept von Manuel Nikodemus, einem erfahrenen Erzieher, dessen Arbeitsalltag vom Erstellen analoger Hilfsmittel zur Vermittlung von Zeit geprägt war. Gemeinsam mit Technikleiter Christian Strieffler realisierte er eine erste digitale Prototyp-Version.
Vorgestellt wurde die Idee erstmals 2020 beim Deutschen Autismus-Kongress, wo es viel positive Resonanz gab. Kurz darauf stieß Sozialunternehmer Dirk Müller‑Remus als Mentor und Mitgründer hinzu, komplettiert wurde das Gründerteam von Jan und Niels Schepers (Finanzen und Geschäftsführung). Niels, einst IT-Manager, bringt aus dieser Zeit u.a. wertvolle Erfahrungen mit dem SaaS Geschäftsmodell ein.
Der deutschsprachige Markt (Deutschland, Österreich, Schweiz) wurde bereits erschlossen: Die App bietet eine zweiwöchige Testphase, anschließend ein Abo-Modell für 4,99 Euro pro Monat. Im Fokus steht nicht der schnelle Profit, sondern der gesellschaftliche Impact: „Wir schauen, wo wir den größten gesellschaftlichen Effekt erzielen – nicht, wo wir am schnellsten Umsatz machen“, erklärt Geschäftsführer Niels Schepers.

Erste Multiplikatoren und Kooperationspartner konnten bereits auf Fachmessen gewonnen werden. Jan und Niels Schepers nutzen dafür Möglichkeiten wie den ruhrSUMMIT oder andere Veranstaltungen der Sozialwirtschaft, um die App vorzustellen.
Trotz des Nischencharakters sehen die Gründer Potenzial auch in einem europäischen Rollout und der eigene Anspruch „#ZeitFürAlle“ ist eine Respektbezeugung für Inklusion und trägt einer alternden Gesellschaft Rechnung.
Neben der aktuellen Version, die primär auf das häusliche Umfeld und Therapiesituationen abzielt, wird aktuell an einer erweiterten Version gearbeitet, die auf stationäre Einrichtungen ausgelegt ist.
Schon vor der Gründung der GmbH lernte das NRW.Europa-Team bei ZENIT die Duisburger kennen und informierte über die Möglichkeiten des NRW-Förderprogramms Mittelstand Innovativ & Digital; es folgten die Präsenz auf der Kooperationsbörse MEDICA und Gespräche zu Fördermöglichkeiten über das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand und die steuerliche Forschungszulage.

„Als Start-up brauchen wir Ansprechpartner, die uns kompetent rund um Vernetzung, Internationalisierung und potenzielle Fördermöglichkeiten beraten. Für all diese Themen gibt es im Netzwerk ZENIT Expertinnen und Experten.“ neuroTime-Geschäftsführer Niels Schepers (2.v.l.)
Unternehmenswebseite neuroTime