Stahl-Monitoring: deutsch-niederländische Kooperation stärkt Sicherheit und Effizienz


Seit Jahrzehnten wird Stahl als eines der wichtigsten Baumaterialien für kritische Infrastrukturen in zahlreichen Sektoren eingesetzt – auch in Häfen. Durch intensive Nutzung und wechselnde Lastzyklen ist er jedoch dem Risiko von Ermüdungsrissen ausgesetzt. Dagegen hat ein niederländisches Start-up eine Technologie entwickelt, die Echtzeit-Einblicke liefert. Getestet wird sie jetzt im Duisburger Hafen. Zustande gekommen war die Kooperation über das Enterprise Europe Network – auf deutscher Seite vertreten durch das NRW.Europa-Team bei ZENIT.
Die vom Unternehmen Villari, einem Spin-off der TU Delft, entwickelten Technologie ermöglichte es, Ermüdungsrisse frühzeitig zu erkennen, Inspektionskosten deutlich zu senken und einen sicheren Betrieb der Hafenkräne auch bei bestehender Schädigung zu gewährleisten. Echtzeit-Einblicke liefert sie den Anlagenbetreibern nicht nur in das Risswachstum, sondern auch in die Bereiche mit den höchsten Spannungen in Stahlkonstruktionen, an denen Risse mit hoher Wahrscheinlichkeit entstehen können. Dank der Technologie können Betreiber nicht dringende Reparaturen sicher aufschieben, ihre Verfügbarkeit schützen und Anlagen sogar über ihre berechnete Lebensdauer hinaus sicher betreiben.
Trotz des attraktiven Geschäftsmodells und des klaren Mehrwerts für Branchen mit stahlbasierten Strukturen setzt das Unternehmen von Beginn an auf starke internationale Partner, um Netzwerke aufzubauen, die Akzeptanz von Innovationen in teilweise noch sehr traditionellen Industrien zu erhöhen und international zu wachsen.
An dieser Stelle kam das Enterprise Europe Network (EEN) ins Spiel. Nach einem ersten Treffen auf dem Mobile World Congress in Barcleona, stellte auf niederländischer Seite der EEN-Partner InnovationQuarter den Kontakt zum nordrhein-westfälischen EEN-Partner NRW.Europa bei ZENIT her. Beide kennen sich unter anderem aus der gemeinsamen Arbeit im Rahmen der EEN-Sector Group Digital. ZENIT organisierte daraufhin den Kontakt zwischen Villari und startport, einer Tochtergesellschaft des Duisburger Hafens und zentrale Plattform für Innovationen in Logistik und Lieferketten. Als Start-up- und Innovationsbeschleuniger arbeitet startport gemeinsam mit Duisport daran, neue Technologien für den weltweit größten Binnenhafen zu testen und zu implementieren, um den Betrieb zu verbessern.
„Im Rahmen unserer Internationalisierungsberatung innerhalb des Enterprise Europe Network arbeiten wir täglich daran, innovative Unternehmen mit den richtigen Partnern in ganz Europa zu vernetzen. Als Villari mit seiner hochmodernen Monitoring-Technologie auf uns zukam, war schnell klar, dass sie ein zukunftsorientiertes Umfeld zur Validierung und Skalierung ihrer Lösung benötigten. Die Identifizierung von startport in Duisburg als potenziellen Partner war daher naheliegend. Wir freuen uns sehr, dass diese Verbindung zu einer vielversprechenden Zusammenarbeit geführt hat und zeigt, wie das Enterprise Europe Network KMU dabei unterstützt, ihre Innovationsreise zu beschleunigen und ihre Wirkung grenzüberschreitend auszubauen.“ Benno Weißner, ZENIT GmbH, EEN NRW / NRW.Europa
Villari:
„Kooperationen wie diese spielen eine Schlüsselrolle dabei, Innovationen in reale Wirkung zu überführen. Sie haben uns geholfen, international schneller voranzukommen und unsere Technologie in einem der wichtigsten Hafenstandorte Europas zu validieren.“ Olivier Baas, CEO von Villari

„Bei startport sind wir ständig auf der Suche nach zukunftsweisenden Technologien, die die Zukunft des Duisburger Hafens stärken. Über das Enterprise Europe Network kamen wir mit Villari in Kontakt und haben das Potenzial ihrer innovativen Infrastruktur-Monitoring-Lösung sofort erkannt. Die Zusammenarbeit ermöglicht es uns, eine Technologie zu testen und einzusetzen, die sicherere, intelligentere und effizientere Hafenabläufe unterstützt. Wir freuen uns auf die Kooperation mit Villari und darauf, gemeinsam die digitale Transformation unseres Hafens voranzutreiben.“
Johannes Franke, Geschäftsführer, startport

„Unsere Kräne müssen rund um die Uhr laufen – jeder Stillstand hat massive Auswirkungen auf unseren Betrieb. Als wir frühzeitig Risse an einem Kran feststellten, half uns Villari dabei, einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, bis die beschädigten Teile ersetzt wurden. Mit ihrem Sensorsystem inklusive permanenter Überwachung, einem benutzerfreundlichen Online-Dashboard und hervorragendem Support konnten wir weiteres Risswachstum sofort erkennen. Ohne dieses System hätten wir häufige manuelle Inspektionen durchführen müssen, was zu erheblichen Stillstandszeiten und hohen Arbeitskosten geführt hätte.“
Timo Gryzan, Leiter Krantechnik, Duisport
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