Projekt ChAmp: KI-Assistenz für effizientere Prüfung technischer Dokumente

Die Prüfung technischer Dokumente ist aufwendig und fehleranfällig. Ändern will dies das im Januar 2026 gestartete Forschungsprojekt ChAmp (Cyber-humanes Arbeiten in Daten-Ökosystemen am Beispiel maschineller Softwareprüfung). Ziel ist die Entwicklung eines intelligenten Assistenzsystems, das die Erstellung und Prüfung komplexer technischer Dokumentationen unterstützt. Im Fokus stehen große Sprachmodelle, die Produktivität, Datenschutz und Arbeitszufriedenheit verbessern sollen. ZENIT ist Projektpartner. Foto: AdobeStock

Die ZENIT-Rolle im Projekt beschreibt Michael Guth: „Wir werden zunächst eine genaue Analyse der Anforderungen an das Prüfsystem sowie die organisatorischen Rahmenbedingungen vornehmen. Im Laufe des Projekts wird ZENIT dann stärker in die Verwertung der Projektergebnisse einsteigen und gemeinsam mit den Partnern ein Transfer-Kit entwickeln, damit auch Unternehmen, die nicht direkt am Projekt beteiligt sind, von den Ergebnissen profitieren.“

Das Projekt

In ChAmp arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Industriepartner daran, die Prüfung technischer Dokumente in datenintensiven Umgebungen zu erleichtern. Die Aufgabe, komplexe Fachunterlagen auf ihre Konformität mit Normen oder regulatorischen Vorgaben zu überprüfen, ist traditionell zeitaufwendig und fehleranfällig. Hier setzt das Projekt an: Basierend auf großen Sprachmodellen (Large Language Models, LLM) entsteht ein Assistenzsystem, das Inhalte erkennt, vergleicht und damit sowohl die Erstellung als auch die Kontrolle von Dokumentationen beschleunigt, ohne dabei Datenschutz oder ethische Vorgaben zu vernachlässigen.

Die eingebundenen Akteure verfolgen einen soziotechnischen Ansatz. Das heißt, es geht nicht nur um die technische Integration von KI, sondern auch darum, wie ein solches System motivierend, datenschutzkonform und arbeitsgerecht gestaltet werden kann. Teilnehmende Mitarbeiter und Organisationen sollen aktiv in die Entwicklung eingebunden werden, um Strukturen und Konzepte zu schaffen, die den Übergang zu cyber‑humanen Arbeitsweisen unterstützen. Gleichzeitig werden Konzepte zur nachhaltigen Personalentwicklung erarbeitet, um Beschäftigte fit für die neuen Arbeitsformen zu machen.

Die praktische Anwendung wird exemplarisch an der Prüfung von Softwaredokumentationen für Messgeräte getestet. Ziel ist die spätere Übertragbarkeit auf weitere regulierte Prüfprozesse, etwa im Rahmen des geplanten EU‑KI‑Gesetzes (AI Act). Dabei sollen die entwickelten Assistenzsysteme nicht nur die Produktivität steigern, sondern auch die Innovationskraft der beteiligten Branchen stärken.

Projektpartner und -Förderung

Zum Projektkonsortium gehören neben dem ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. ZENIT, die Sartorius Lab Instruments GmbH & Co. KG und Abteilungen der Physikalisch‑Technischen Bundesanstalt (PTB). Assoziierte Partner aus Industrieverbänden und Technologieunternehmen tragen zur branchenübergreifenden Verwertung der Ergebnisse bei. ChAmp wird im Rahmen des Förderprogramms Nutzen in Daten‑Ökosystemen durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie die Europäische Union gefördert und läuft von Januar 2026 bis Dezember 2028.

Projektwebseite


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