Aktuelles von Zenit


Nachdem das Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen lange an Bedeutung und Sichtbarkeit gewonnen hatte, wirkt es jetzt stärker im Hintergrund. Wesentlich hierfür ist u.a. die Rücknahme bzw. Vereinfachung bei den ESG-Berichtspflichten für die meisten Unternehmen, insbesondere aller KMU. Die Autoren des Stustainable Transformation Monitors 2026 (STM) ziehen deshalb eine gemischte Bilanz zum aktuellen Stand des nachhaltigkeitsbezogenen Veränderungsprozesses der Wirtschaft: „Die Umsetzung stagniert, aber die in den Unternehmen eingerichteten Strukturen zum Thema bleiben wirksam und es gibt Fortschritte beim vereinfachten Reporting“, so Dr. Manuel Reppmann von der Universität Hamburg, die den STM in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung, der Stiftung Mercator und der Peer School verantwortet.
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen bleibt aber auf der Tagesordnung, unabhängig davon, ob Unternehmen formal berichtspflichtig sind (CSRD) oder aus anderen Gründen (Wertschöpfungsketten, Image oder Unternehmensfinanzierung) Nachhaltigkeitsdaten dokumentiert werden. Banken unterliegen weiterhin der ESG-Regulatorik und fordern ihrerseits Nachhaltigkeitsdaten von den Unternehmen ein. Zunehmende Bedeutung bekommen vor diesem Hintergrund Vorschläge für vereinfachte Nachhaltigkeitsberichte und sogenannte Transitionspläne für Unternehmen. Beide Themen stehen im Mittelpunkt der Arbeit des Kompetenzzentrums Fin.Connect.NRW, das ZENIT gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und IHK NRW im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums zur Unterstützung der Transformationsfinanzierung des Mittelstandes in NRW betreibt.
Gemeinsam mit Fin.Connect.NRW stellten die STM26-Verantwortlichen in einer Online-Veranstaltung am 10. März einige Ergebnisse vor. Beteiligt hatten sich an der Studie 822 Unternehmen der Real- und Finanzwirtschaft.
Die Auswertung zeigt u.a., dass in 73 Prozent der Unternehmen die Verantwortung für die Nachhaltigkeitstransformation weiterhin auf Vorstands- oder Geschäftsführungsebene verankert ist, die Dynamik aber geringer wurde. Als stärkste Hemmnisse für mehr Transformation machen die Betriebe unsichere politische Rahmenbedingungen sowie fehlende Marktanreize aus.
Bei 59 Prozent der Unternehmen verliert Nachhaltigkeit intern an Priorität. Im Vorjahr waren es nur rund 14 Prozent. Besonders stark verändert hat sich aus Unternehmenssicht die Relevanz der Politik für den Transformationsprozess: In den vergangenen Jahren hatten die Unternehmen sie noch als wichtigen Treiber wahrgenommen. Im STM26 sinkt deren Bedeutung erheblich um 31 Prozentpunkte.
Von der Tagesordnung sei die Nachhaltigkeitstransformation dennoch nicht verschwunden: So ist der Anteil der Unternehmen und Banken, die ihre Treibhausgasemissionen erfassen, auf 86 Prozent gestiegen. Auch die Klimaziele werden in der Realwirtschaft überwiegend beibehalten oder sogar weiterentwickelt. Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit sich mit Dokumentation, Berichten und Tools sowie der Regulatorik zu beschäftigen.
Präsentation STM26 im März 2026 (pdf)
Weitere Informationen zum STM26 und Mitmachen beim STM27
ZENIT unterstützt das Monitoring seit mehreren Jahren, indem es unter anderem seine Kunden aktiv zur Teilnahme aufruft.
Fin.Connect.NRW begleitet Unternehmen praxisnah auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit mit unterschiedlichen Angeboten. Interessant sind in diesem Zusammenhang z.B. Aufzeichnungen von fünf Webinaren zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die es in der Mediathek der Fin.Connect.NRW-Homepage gibt.