Investoren gesucht: Baustellenabsicherung mit internetfähiger, nachhaltiger Akku-Lösung

16.427 Arbeitsstellen mit mehr als 600 Tagen Dauer gab es laut Autobahn GmbH des Bundes 2022 allein auf den Autobahnen in NRW. Und mit ihnen unzählige Baustellenlampen, die mit Einwegbatterien betrieben und regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Beenden will diesen Umweltwahnsinn das Unternehmen Detronic aus dem ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock. Die Lösung sind wiederaufladbare, internetfähige Akkus. Unterstützung bekommt das neue Netzwerk ZENIT e.V.-Mitglied dabei vom NRW.Europa-Team. Foto: AdobeStock

„Alle reden von Nachhaltigkeit, aber noch liegt sehr vieles im Argen“ sagt Thomas Rollmann, der das seit elf Jahren bestehende Unternehmen, an dem er bereits beteiligt war, nach dem Tod des bisherigen Inhabers im April 2023 übernahm. Bislang spezialisiert auf individuell zugeschnittene Elektrotechnik-Lösungen in kleinen und mittleren Stückzahlen, sieht er ein riesiges Potenzial in einem ganz neuen Geschäftsfeld. „Wir haben eine nachhaltige, der EU-Taxonomie entsprechende Lösung für das Thema Baustellenabsicherung gefunden. Unsere speziell für Baustellenlampen entwickelten Akkus überzeugen durch vielfältige Vorteile gegenüber herkömmlichen Batterien. Sie sind nicht nur wiederaufladbar und lange haltbar. Ein innovativer Vorteil ist auch, dass der Akkustand bequem online überwacht werden kann. Für noch mehr Nachhaltigkeit wird außerdem die Nachrüstbarkeit der alten, bislang nicht intelligenten Lampen und die Wiederverwendbarkeit von Kunststoffteilen und Elektronik der neuen Akkus sorgen.“
Mit eingereichter Patentanmeldung und Gebrauchsmusterschutz ausgestattet, sucht Rollmann für seinen nachhaltigen Batterieersatz, der zu einem grünen Fußabdruck der anwendenden Unternehmen beiträgt und dem Prinzip des zirkulären Produktdesigns folgt, jetzt Investoren. Einen Softwareentwickler, der die Informationen über den Ladezustand der Akkus auf dem Rechner des Nutzers anzeigt, hat er bereits gefunden.

„Der Markt für diese nachhaltige Innovation ist riesig, denn nicht nur Baustellen werden zurzeit noch mit umweltschädlichen Batterien in Lampen ausgerüstet. Auch Polizei oder Feuerwehr und Kommunen nutzen diese für ihre Einsätze“, sagt Rollmann.

Kennengelernt hatte er das NRW.Europa-Team bei ZENIT bereits vor einigen Jahren im Rahmen einer Förderberatung. Wegen des damals entstandenen guten Kontakts griff er im April 2023 wieder zum Hörer, um nach Unterstützungsmöglichkeiten zu fragen.
Während eines Strategieworkshops stellte sich schnell heraus, dass wg. der Konkurrenzsituation auf dem Markt und der Notwendigkeit des schnellen Handelns ein Antrag in einem Förderprogramm zur Produktentwicklung nicht die erste Wahl war.
Vielmehr wurde der Schwerpunkt auf die Entwicklung des neuen Geschäftsmodells und Präsentationstechniken für einen Pitch bei Investoren gelegt, eine technologie-getriebene Marktstudie erstellt und rechtliche Richtlinien für die Beleuchtung von Autobahnbaustellen recherchiert.
Eine wertvolle Hilfe war auch der Hinweis auf die Fördermöglichkeit des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die dabei hilft, eine Unternehmensberatung für die Entwicklung des Businessmodells zu beauftragen und die Idee bankfähig zu machen. Daran arbeitet Rollmann zurzeit mit darüber eingeholter externer Unterstützung.

„Wir sind Mitglied im Netzwerk ZENIT e.V., weil wir davon überzeugt sind, dass ein branchenübergreifendes Netzwerk dazu beiträgt, innovative Ideen wie unsere internetfähige Akkulösung für Baustellenlampen zu realisieren.“
Thomas Rollmann, Geschäftsführer Detronic GmbH

Sein 1985 gegründetes Unternehmen Rollmann Elektronik, das sich vorrangig mit der Entwicklung von Produkten mit modernen Bauteilen beschäftigt, wird Thomas Rollmann parallel führen. Und sich dabei nicht nur auf die Entwicklung der Elektronik, sondern auch um die Mechanik und die Bedienerschnittstellen kümmern.



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