Projekt zur Lösung von Lieferkettenproblemen: Transparenz durch Supply-Chain-Radar

Projekt zur Lösung von Lieferkettenproblemen: Transparenz durch Supply-Chain-Radar

Der Zusammenbruch von Lieferketten hat globale Ausmaße angenommen. Ob Chips oder Halbleiter, Mehl oder Öl – überall kommt es zu Engpässen, die entschiedene Gegenmaßnahmen erfordern. Dazu beitragen will das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt PAIRS. ZENIT ist als assoziierter Partner dabei und motiviert über das eigene Netzwerk produzierende Unternehmen mit Lieferkettenproblemen dazu, sich als assoziierter Anwendungspartner mit eigenen Ideen einzubringen und sich damit Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Hinter einer kompletten Lieferkette vom Lieferanten bis zum Abnehmer stehen zahlreiche weitere Lieferketten. Das heißt, wenn nur eine dieser Ketten zusammenbricht, kommt der gesamte Prozess zum Stillstand. Die daraus resultierende Sensibilität reicht vom Rohstoffabbau bis zur Materialbeschaffung und umfasst alle logistischen Unsicherheiten (Schließung von Häfen, fehlende Transportmöglichkeiten aufgrund von Personalmangel usw.). Nicht zuletzt spielen auch soziale und ethische Aspekte, wie z.B. Kinderarbeit beim Recycling von Elektronikschrott oder Arbeitsbedingungen beim Abbau von Rohstoffen, eine Rolle und müssen gemäß dem Lieferkettengesetz berücksichtigt werden.

Im Rahmen des mit 10 Mio. Euro vom BMWK geförderten Forschungsprojekts PAIRS wird die KI-gestützte Lösung „Supply Chain Radar“ (SCR) entwickelt, mit der Unternehmen externe Krisenereignisse innerhalb ihres Wertschöpfungsnetzwerks früher erkennen und damit effektiver managen können. Dabei werden vor allem die sogenannten Bottlenecks berücksichtigt, die den größten Einfluss auf eine Lieferkette ausüben.

Daten über Einflüsse von Krisen und Empfehlungen zu Gegenmaßnahmen

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Dafür werden Datenquellen aus verschiedenen Domänen auf krisenauslösende Ereignisse hin beobachtet. Diese werden auf einer Weltkarte im Dashboard dargestellt, mit dem Entscheidungsträger täglich Krisenmonitoring betreiben können. Um einen Zusammenhang zu einzelnen Unternehmen herstellen zu können, bedarf es im Onboarding-Prozess einer genauen Analyse der Unternehmensdaten, der Produktionsstätten, der bisher bekannten Lieferanten sowie Informationen über die hergestellten Produkte und ihrer Halbzeuge/Vor-Materialien, die bei der Herstellung verbaut werden.

Da dies zum Teil sehr sensible Daten aus den Unternehmen berührt, hat das Unternehmen Advaneo als Projektkoordinator den Trusted Data Hub in das PAIRS-Projekt eingebracht. So lassen sich die Daten von mehreren Unternehmen bei der Modellierung der KI einsetzen, ohne dass die einzelnen Rohdaten jemals von den anderen Parteien eingesehen werden können. Erstellt werden kann damit ein umfassender Überblick über die wirtschaftliche Lage entlang der Lieferkette.
Die am Anfang noch nicht vollständige Datenlage wird ergänzt mit Daten aus verschiedenen anderen Quellen, um in einem angenäherten Liefernetzwerk ein möglichst genaues Bild von bisher verdeckten Lieferanten und möglichen Bottlenecks zu ermitteln.
Der Anwender des SCR erhält dabei nicht nur einen Überblick über die Einflüsse von Krisen auf sein Unternehmen, sondern auch Empfehlungen, die ihm bei der Bewältigung der Krisen helfen.

ZENIT bringt in das Projekt seine Erfahrungen aus verschiedenen KI-Aktivitäten ein. Dazu gehören unter anderem das ZIM-Netzwerk KI-MAP und die Projektkoordination des Zukunftszentrums KI NRW.

Wer Interesse hat als Anwendungspartner am Projekt teilzunehmen, kann sich hier informieren und anmelden.

Allgemeine Projektinformationen PAIRS

ZENIT-Kontakt

Sabine Widdermann
Sabine Widdermann Dipl.-Math.
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