Wasserstoff: NRW entwickelt Importstrategie

Wasserstoff: NRW entwickelt Importstrategie

Wasserstoff ist für die Erreichung der Klimaschutzziele bis 2045 unverzichtbar. Als Speicher für Strom aus erneuerbaren Energien-Anlagen, als Kraftstoff oder in der Industrie kommt er immer dort zum Einsatz, wo eine direkte Nutzung von erneuerbaren Energien nicht möglich ist. Das Potenzial ist groß: Ein Viertel der aktuellen CO2-Emissionen in Nordrhein-Westfalen kann allein durch Wasserstoff eingespart werden. Foto: AdobeStock

„Für die künftige Energieversorgung sind wir auf neue, internationale Wertschöpfungsketten für Wasserstoff und seine Folgeprodukte wie Ammoniak oder Methanol angewiesen. Dafür brauchen wir starke und verlässliche Partnerschaften mit anderen europäischen und außereuropäischen Ländern und Regionen, wie Norwegen, Schottland, Portugal oder auch Nordafrika“, sagte Wirtschafts- und Energieministerin Mona Neubaur bei einer Auftaktveranstaltung mit den Spitzen der Wasserstoff- und Chemieindustrie sowie der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate.

Im Jahr 2050 wird Nordrhein-Westfalen einen Bedarf an Wasserstoff und Folgeprodukte von rund 243 Terrawattstunden (TWh) haben, das macht voraussichtlich etwa 30 Prozent des gesamten deutschen Bedarfs aus. Damit ist schon heute klar, dass Nordrhein-Westfalen neben dem zügigen Aufbau einer heimischen Wasserstofferzeugung aufgrund begrenzter Kapazitäten einen Großteil davon importieren muss.

Ministerin Neubaur: „Wir wollen Industriestandort bleiben und dabei klimaneutral werden. Deshalb müssen wir jetzt die entsprechenden politischen und unternehmerischen Weichen stellen. Wichtig ist uns eine Importstruktur, die auf vielen Pfeilern steht. Eine einseitige Abhängigkeit wie in der Vergangenheit beim Gas, darf es nicht noch einmal geben.“

Bei der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Infrastrukturbetreiber und Industrieunternehmen, künftige Bedarfe an klimaneutralen Energieträgern und Grundstoffen sowie Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Importinfrastruktur. Das Wirtschafts- und Energieministerium knüpft mit der Arbeit an einer Importstrategie für Wasserstoff unmittelbar an den Ende 2022 mit Unternehmen und Verbänden geschlossenen Industriepakt für Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit an. Ziel ist, die Unternehmen dabei zu unterstützen, die Energieträger der Zukunft zu sichern. Insbesondere über politische Abkommen aber auch durch die Vernetzung der entsprechenden Akteure wollen wir sicherstellen, dass die benötigten Energieträger nach Nordrhein-Westfalen kommen und Infrastrukturen zeitnah aufgebaut werden.
Quelle: NRW-Wirtschaftsministerium