Von der Idee zum förderfähigen Geschäftsmodell: Start-up erhält NRW.Europa-Unterstützung für autonome, modulare Windkraftanlagen

Von der Idee zum förderfähigen Geschäftsmodell: Start-up erhält NRW.Europa-Unterstützung für autonome, modulare Windkraftanlagen

Wenn nicht jetzt, wann dann ist der ideale Zeitpunkt für Windkraftanlagen, die auch für netzferne, dezentrale Standorte geeignet sind? Aber ganz so einfach ist es nicht, an notwendige Fördermittel und Investoren zu kommen – trotz der Zeiten und Umstände, die nach Klimaneutralität und Nachhaltigkeit verlangen. Die Gründer des Start-ups AdaptVerticalMills aus Meerbusch nutzten deshalb 2021 eine intensive Innovationsmanagementberatung des NRW.Europa-Teams, um die Geschäftsidee zu klären und potenzielle Geldgeber zu überzeugen.

„Autonom, modular und dezentral“ sollen sie werden, die Anlagen des noch kleinen Unternehmens AdaptVerticalMills, Gesellschaft für Adaptive Vertikale Wind- und Wasserkraftanlagen UG.

„Wir sehen uns als Ergänzung zu den bereits bestehenden Windkraftsystemen, auf bereits erschlossenen Betriebsflächen mit vorhandener Infrastruktur. Gelingen soll das mit vertikalen Anlagen nach dem Prinzip des „ACT’s Swinging Rotor“. Wir denken in Leichtbauweise und Modulen mit einer Leistung von etwa 50 kW“, erklärt Firmengründer Andreas C. Theil. Durch das zum Patent angemeldete, neu konzipierte Konstruktionsprinzip mit flexiblen, elastischen  Rotorblättern könne die Energiegewinnung bereits  ab  Windgeschwindigkeiten von ca. 2 bis 3 m/s beginnen. Die Windenergieanlagen liefern daher wesentlich konstanter und gleichmäßiger Energie. Auch seien sie mit einer Maximalhöhe von 36 Metern erheblich kleiner als herkömmliche Anlagen, wodurch Genehmigungsverfahren deutlich verkürzt würden.

Kontakt zu ZENIT hatte Andreas C. Theil 2021 ein paar Monate nach der Firmengründung aufgenommen, nachdem klar war, dass es eine gute Geschäftsbasis braucht, um Investoren für das Vorhaben zu interessieren. Mit dem Innovationsberater Bernd Meyer fand er in Mülheim jemanden, der vom Marktpotenzial der Idee direkt überzeugt war.  

„Das NRW.Europa-Team hat uns nicht nur beim Antrag für die Förderung des Rhein-Kreis Neuss unterstützt. Noch viel wichtiger war es, mit der Entwicklung des Geschäftsmodells, der Überprüfung der technischen Machbarkeit und der Entwicklung von Meilensteinen die Basis für das Interesse von Investoren zu legen.“ Andreas Theil, Gründer und Geschäftsführer AdaptVerticalMills

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Eine gute Idee ist die Basis – danach geht´s um das richtige Machen und um die Struktur

„Wer überzeugen und sich am Markt durchsetzen will, braucht ein gutes Konzept und das richtige Timing“, weiß Meyer und baute gemeinsam mit AdaptVerticalMills die entsprechenden Beratungsmodule auf. Als erstes stand die Klärung und Strukturierung der Technologieentwicklung im engeren Sinne auf der Agenda. Dabei ging es um den generellen Nachweis einer technologischen Machbarkeit sowie um die Grundlagen des Geschäftsmodells im Sinne von Kundennutzen und Marktsegmente. Im Rahmen mehrerer Treffen wurden Kalkulationen des Finanzbedarfs sowie Entscheidungskriterien für die Fortführung oder Beendigung verschiedener Prototypen und Phasen entwickelt, um die nächsten Schritte so konkret wie möglich zu gestalten. „Das ist die Basis dafür, Investoren, Business Angels und Banken davon zu überzeugen, die jeweils nächste Stufe oder Phase auch zu finanzieren oder das Projekt zu stoppen“, weiß Meyer aus seiner langjährigen Beraterpraxis.
Der Aufbau des Geschäftsmodells, die Überlegungen zur technischen Machbarkeit und die Entwicklung von Meilensteinen waren zentrale Grundlagen für die positive Entwicklung, die das Projekt seitdem nimmt.

Gewinn von Geldgebern

Im Februar 2022 erhielt das Start-up eine Förderzusage vom Rhein-Kreis Neuss, um einen Prototypen im Maßstab von 1:10 zu bauen und so das Prinzip des Rotors zu testen und messtechnisch beurteilen zu können. „Anschließend wollen wir einen Prototyp im Maßstab 1:1 bauen und bereiten so die Marktreife der neuen Windkraftanlagen vor“, erklärte Theil nach der Zusage.

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Kleines Team mit großen Plänen: Urs M. Koeck, Andreas C. Theil und Victor J. Jürgensohn

Ein großes Potenzial der Idee sieht seit Juli 2022 auch das Global Entrepreneurship Centre: „Nicht nur die umweltfreundlichen und aerodynamischen Eigenschaften der Rotoren überzeugen in Bezug auf wirtschaftliche Vorteile wie Effizienz und Windstromertrag. Ebenso wichtig ist der Erhalt der Natur und der Schutz von Vögeln, Insekten und sogar Fischen – im Falle der vertikalen Wasserkraftmodule, die eine weitere evolutionäre Innovation in der Pipeline von AdaptVerticalMills sind. Das Unternehmen kann nun bis zu 198.000 Euro an Sachleistungen aus dem Programm erhalten, das sich über 15 Monate erstreckt“, erklärte Friedrich Barth, Gründer und CEO des Global Entrepreneurship Centre, bei der Übergabe des Förderbescheids.

Homepage AdaptVerticalsMills

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ZENIT/NRW.Europa-Kontakt

Bernd Meyer
Bernd Meyer Prokurist
Dipl.-Ing. Raum- und Stadtplanung
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