Vieles smart, aber nicht kompatibel: IoT-Plattform will Pflegebranche digitalisieren

Vieles smart, aber nicht kompatibel: IoT-Plattform will Pflegebranche digitalisieren

Pflegekräfte sind am Limit, die Bevölkerung altert und noch gibt es viel zu wenige, auf einem einzigen Standard miteinander kommunizierende, digitale Hilfsmittel. Dabei könnten sie sowohl Pflegende als auch die zu pflegenden Menschen entlasten bzw. schützen. Dies zu realisieren hat sich Volker Altwasser vorgenommen. Mit seinem Unternehmen Altwasser Bélujon Consulting & Coaching GmbH, kurz AB (CO)2 und seiner Software-Entwicklungstochter in Frankreich, sucht das Netzwerk ZENIT-Mitglied jetzt Hersteller von Produkten und Geräten, die an seine Datenautobahn andocken wollen.

Noch steckt die Telemedizin, anders als in Frankreich, hierzulande in den Kinderschuhen, sagt Altwasser, der zwar in Krefeld wohnt, aber mit seiner französischen Frau häufig im Nachbarland ist und die dortigen Prozesse gut kennt. Als Berater für Softwareentwicklungsprojekte oder die Optimierung von Prozessen zur Finanzabrechnung in den immer häufiger zu findenden MVZs (Medizinische Versorgungszentren), weiß er um die Bedürfnisse der Gesundheitsbranche.

Mit der Weiterentwicklung des in Frankreich entwickelten Seniorenkissens Viktor ist er gerade dabei, die Probe aufs Exempel für mehr Digitalisierung zu machen. Denn das mit dem Fernseher verbundene „Kissen“ (vielmehr als Fernbedienung zu verstehen) soll das erste Gerät sein, das eine Software und ein Fernsehmenü ansteuert. „Dahinter“ bildet ein Microcomputer den sicheren Zugang zu einer Cloud-Umgebung und damit den Zugang zum Internet der Dinge (IoT). Verhandlungen mit Telekommunikationsunternehmen und Cloudanbietern laufen zurzeit, um einen professionellen und zukunftssicheren Betrieb der Lösung sicherzustellen.

Die in der Entwicklung befindliche „IoT-Plattform“ möchte ABCo2 als Datenautobahn- und Digitalisierungsplattform für Unternehmen anbieten, die zwar tolle (auch smarte) Endgeräte herstellen, aber keine Software für den IoT-Zugang besitzen oder Hilfe bei deren Entwicklung wünschen. Beitragen soll sie vor allem zu mehr Effizienz und Sicherheit bzw. zur Optimierung von Pflegeprozessen. Da Altwasser dafür eine offene Plattform vorantreibt, wird sie je nach Bedarf und Usecase spezifizierbar sein und bleiben.

„Wir sind davon überzeugt, die Digitalisierung der Pflegebranche mit unserer IoT-Plattform voranbringen zu können und freuen uns auf viele Hersteller, die ihre tollen Produkte auf unsere Datenautobahn schicken und gemeinsam mit uns die Strukturen in der Pflege verbessern möchten.“ Volker Altwasser, Geschäftsführer der Altwasser Bélujon Consulting & Coaching GmbH

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Zielgruppe sind Anbieter, die nicht nur im Pflegebereich, sondern in verschiedensten Segmenten der Hausausstattung aktiv sind und ihre Geräte oder Produkte einfach andocken möchten, um Daten auszutauschen oder Steuerungsbefehle zu senden oder zu empfangen.
Auf der Hand liegen dabei Anwendungen wie die Übermittlung von Gesundheits- oder Bewegungsdaten  pflege- oder hilfebedürftiger Menschen. Dabei kann zum Beispiel das Ergebnis einer Blutzuckermessung an den Pflegedienst übermittelt werden oder im Bett integrierte (Sensoren-) Matten anzeigen, ob jemand ruhig schläft oder einen Krampfanfall hat. Selbst Parkettböden können (mit speziellen Beschichtungen ausgestattet) melden, ob die zu pflegende Person gefallen ist.   

Bis Sommer soll Viktor als Beispiel für Machbares in den Verkauf gehen und die Plattform bereits von möglichst vielen Herstellern genutzt werden. „Denn je mehr Anwender es gibt, desto billiger wird die Auffahrt auf die Datenautobahn sein. Und die Software als Transporterwelle funktionieren“ sagt Volker Altwasser.

ZENIT-Unterstützung

Unter anderem in zwei Workshops wurden die Potenziale der Plattform und des Pflegekissens gesprochen. Thema waren die Produkte selbst, Zielgruppen und der Kundennutzen. Beim Thema Viktor standen verschiedene Fragen im Mittelpunkt. Dazu gehörte unter anderem der Prozess, wie das Kissen in den Hilfsmittelkatalog der Gesetzlichen Krankenversicherungen aufgenommen werden kann, welche Messeteilnahmen lohnen und wie die Gesuche in der Datenbank des Enterprise Europe Network funktionieren.

Aktuell steht die Vernetzung mit Unternehmen und Multiplikatoren an, die von den Potenzialen der Plattform profitieren wollen.

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