Hightech-Unternehmen setzt auf Innovation

Hightech-Unternehmen setzt auf Innovation

Weltmarkt- und Technologieführer zu sein, verpflichtet. Unter anderem zu ständiger Auseinandersetzung mit neuen Technologien und Prozessen. Die WBT aus Essen, Freunden höchster Signalqualität in der Unterhaltungselektronik schon lange ein Begriff, geht diesen Weg konsequent. Dafür nutzt die GmbH unter anderem öffentliche Fördermittel und Programme sowie ZENIT.

Wer ein High-End-Gerät sein eigen nennt und Wert auf höchste Klangqualität legt, kommt an der 1985 von Wolfgang B. Thörner gegründeten WBT-Industrie GmbH kaum vorbei. Im Essener Süden wird geforscht und entwickelt, hier produzieren die 17 Mitarbeiter Cinch- und Lautsprecherverbinder sowie hochwertige Werkzeuge – ganz im Sinne des Firmenmottos „höchste Qualität für High-End Sound made in Germany“. Auch die Zulieferer sind ausschließlich deutsche Unternehmen. Honoriert wird dies von den WBT-Kunden, indem diese auf ihren Produkten gerne mit deren fälschungssicherem Signet werben und es gut sichtbar platzieren.

Rund 80 Prozent des Umsatzes in Höhe von ca. 1,7 Millionen Euro werden in 45 ausländischen Märkten erwirtschaftet, 60 Prozent davon tragen die Gerätehersteller, 40 Prozent der Handel bei. Das Thema Innovation stand bereits mit der Firmengründung im Mittelpunkt aller Aktivitäten. WBT-Steckverbinder waren die ersten, die konsequent mit auf Kontaktqualität geeichten Mechanismen ausgestattet wurden. Nur so können anspruchsvolle Geräte ihrer hohen Qualitätsklasse gerecht werden. Diese Neuerungen waren aber nur der erste Schritt in Richtung Hightech, viele weitere folgten. Firmengründer Thörner sucht dabei immer auch den Kontakt zur Wissenschaft und arbeitet häufig mit Prof. Dr. Sanjay Mathur, Direktor am Institute of Inorganic and Materials Chemistry der Universität Köln zusammen. „Der Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist unverzichtbar, weil wir unsere Technologieführerschaft verteidigen wollen. Aber auch, um nachzuprüfen, ob innovative Ideen umsetzbar sind“, weiß WBT-Geschäftsführer Thörner.

Eine entsprechende Machbarkeitsstudie stand 2015 auf dem Prüfstand und wurde vom NRW-Wissenschaftsministerium mit 50.000 Euro gefördert. Von der Uni Köln geprüft wurde das Projekt „Steckverbinder mit nicht-metallischen Signalleitern aus metalldotiertem Graphen – C-nanoGen“. Dass dem Werkstoff Graphen die Zukunft im Bereich der Hightech-Beschichtungen gehört, ist mittlerweile unwidersprochen, aber der Weg dorthin noch weit.

Physik statt Chemie
Rund 1,5 Millionen Euro investierte das Essener Unternehmen seither in eine bahnbrechende Technik, die kurz vor der Serienproduktion steht. Unter der Überschrift „Physik statt Chemie“ nutzen die Verantwortlichen das PVD-Verfahren (Physical Vapour Deposition). In diesem wird durch eine im Hochvakuum gezündete Plasmaentladung atomares Gold freigesetzt und auf den Steckverbindern physikalisch abgelagert. Damit stellt WBT im Bereich der Beschichtung von Steckverbindungen als erstes Unternehmen von der Nasschemie, der so genannten Galvanik, auf Gasphasen-Ionenphysik um. Die so erzeugte Oberfläche ist auf dem Grundmaterial deutlich besser gebunden und die Abriebfestigkeit höher. Erste Testergebnisse lassen auf eine sehr gute Qualität in punkto Klang schließen. Besonders wichtig ist Thörner noch ein anderer Punkt. „Unser Verfahren ist nicht nur umweltneutral und ressourceneffizient. Es ist die Basis für alle weiteren Hightech-Entwicklungen, die in Richtung Graphen-Lösung gehen und beinhaltet damit phantastische Zukunftsperspektiven.“

Auch was den Vertrieb angeht, beschreitet WBT wenn nötig neue Wege. In Ergänzung zum bisherigen Weg über den Fachhandel, der mit immer erklärungsbedürftigeren Produkten konfrontiert ist, wird man in Zukunft auch den anspruchsvollen Endkunden direkt ansprechen. Für den Einstieg in die Materie nutzten die Essener das Programm go-digital des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Als dafür autorisiertes Beratungsunternehmen unterstützte ZENIT bei der Konzeption eines Online-Shops und einer Social-Media-Strategie. Deren Umsetzung, so Marketing-Chefin Melanie Fritsch-Schuster, brauche aber noch ein wenig Zeit. Schließlich seien manche WBT-Produkte so komplex, dass der Shop ebenso ausgefeilt wie Steckverbindungen & Co. sein sollte. Nämlich perfekt.

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Dr. Mark Kaspers
Dr. Mark Kaspers Dipl.-Phys.
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