Lückenschluss: BMWi finanziert Investitionen in Digitalisierung

Lückenschluss: BMWi finanziert Investitionen in Digitalisierung

Am 7. September ist es soweit: Das neue BMWi-Förderprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ öffnet die Antragstellung. Bundesweit haben kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen damit die Möglichkeit, sich Investitionen in digitale Technologien und in die Qualifizierung der Beschäftigten zu digitalen Themen bezuschussen zu lassen. Die maximale Fördersumme für Einzelunternehmen beträgt 50.000 Euro. Für Investitionen von Unternehmen in Wertschöpfungsketten und -netzwerken erhöht sie sich auf 100.000 Euro pro Antragsteller. Die Förderquoten hängen unter anderem von der Anzahl der Mitarbeitenden ab und betragen höchstens 70 Prozent.

Im Fokus des Programms steht die Digitalisierung der Unternehmen. Stichworte sind: Branchenübergreifende Digitalisierungsprozesse, digitale Geschäftsprozesse, Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit, Befähigung und Qualifizierung der Mitarbeitenden, IT-Sicherheit und auch die Stärkung von strukturschwachen Regionen. In solchen Regionen wird eine um zehn Prozentpunkte höhere Förderquote angesetzt. Darüber hinaus lassen sich die Förderquoten durch gleichzeitige Investitionen mehrerer Unternehmen einer gemeinsamen Wertschöpfungskette weiter steigern (+5 Prozent). [1]

Das neue Förderprogramm schließt eine entscheidende Lücke in der bundesweiten Förderlandschaft zum Themenkomplex Digitalisierung: die Förderung von Investitionen. Und das aus gutem Grund: Gerade einmal 17.000 Euro jährlich investieren mittelständische Unternehmen durchschnittlich in das Thema Digitalisierung [2]. Zudem ist der Anteil der IT-Investitionen an den Gesamtinvestitionen in Deutschland in den letzten 15 Jahren nicht gestiegen [3] und mancherorts sogar gesunken [4]. Der Bund sieht hier die große Gefahr des Verlustes von Wettbewerbsfähigkeit. Das Programm soll den bisherigen mangelhaften Finanzierungsmöglichkeiten für Investitionen in Digitales entgegenwirken und der Mittelstand gleichzeitig dazu angeregt werden, wieder mehr in seine digitale Zukunft zu investieren. Die zweite große „Baustelle“ innerhalb der mittelständischen Unternehmen sind fehlende IT-Fachkräfte. Auch dieser Mangel bremst die Digitalisierung. Die förderfähige Mitarbeiterqualifizierung soll deshalb einen Digitalisierungsschub anstoßen.

Antragsverfahren und Fördervoraussetzungen

Bereits über das Antragsverfahren werden die Unternehmen durch gezielte Fragestellungen dazu angeleitet, einen individuellen Digitalisierungsplan zu entwickeln, an dem sich die Förderung orientieren wird. Zu beschreiben sind das gesamte Digitalisierungsvorhaben und ggf. die Art und die Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen. Zudem müssen die Unternehmen den aktuellen Stand der Digitalisierung und die Ziele im Rahmen der geförderten Maßnahmen darstellen.

Das Programm orientiert sich nicht starr an der EU-Definition von KMU, sondern erlaubt die Antragstellung von Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitenden. Auch Handwerksbetriebe und die freien Berufe ab einer Größe von drei Mitarbeitern sind antragsberechtigt. Fördervoraussetzung ist die Umsetzung des Projektes in einer Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland. Wie in den meisten Programmen darf das geplante und beantragte Vorhaben nicht vor der Förderbewilligung begonnen werden, danach haben die Unternehmen zwölf Monate Zeit, die geplanten Arbeiten abzuschließen.

Bei der Identifikation förderbarer Vorhaben, der Erstellung eines Digitalisierungsplans und der Antragstellung unterstützen Sie die ZENIT-Förderexperten und -Expertinnen. Sprechen Sie uns einfach an.

Projektseite

[1] Förderrichtlinie „Digital jetzt“, Anhang 1, Karte der strukturschwachen Regionen
[2] KfW, Digitalisierungsbericht, Mittelstand 2018, S. 9
[3] ZEW/KfW, Digitalisierung im Mittelstand: Status quo, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen, S. 39
[4] KfW, Digitalisierungsbericht, Mittelstand 2018, S. 9

 

Ihr Kontakt:

Dr. Mark Kaspers
Dr. Mark Kaspers Dipl.-Phys.
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