Künstliche Intelligenz in der Logistik: Start-up Heuremo optimiert für duisport-Tochter Bohnen Logistik das Transportmanagement

Künstliche Intelligenz in der Logistik: Start-up Heuremo optimiert für duisport-Tochter Bohnen Logistik das Transportmanagement

Für den diesjährigen Innovationspreis wurden technologisch ausgerichtete Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Start-ups (nicht älter als fünf Jahre) oder zwischen Unternehmen, Start-ups und Hochschulen / Forschungseinrichtungen zu den digitalen Themen der Zukunft gesucht. Mehr als 20 Projekte mit hoch interessanten Wettbewerbsbeiträgen wurden in einer Vorauswahl bewertet.

Kriterien waren die Kooperationsidee und -durchführung, der Innovationsgehalt des Projekts, wie etwa die Übertragbarkeit des Produkts und des Prozesses auf andere Branchen, erwarteter Projekterfolg und die Agilität der Zusammenarbeit.

Die Innovationspreisverleihung findet Corona-bedingt am 29. September 2020 ab 18.00 Uhr via Livestream statt. Die Finalisten stellen wir Ihnen in dieser Woche in alphabetischer Reihenfolge vor.

Heuremo

Künstliche Intelligenz (KI) ist in der Logistik eines der großen Zukunftsthemen, um Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen. Daten und Algorithmen ermöglichen Prognosen unter Einfluss verschiedenster Parameter. Großes Potenzial bieten die Bereiche: Bedarfsprognose und Absatzplanung, Produktions-und Transportoptimierung. „In Deutschland werden pro Jahr acht Millionen Tonnen vermeidbares CO2 im LKW-Verkehr emittiert – unser Transportmanagement-System schafft hier Abhilfe“, sagt Sven Spiekermann, Gründer von Heuremo. Das Duisburger Start-up entwickelte das Produkt „FreightPilot”, ein Transport-Management-System (TMS) der Zukunft für den Straßengüterverkehr. Entgegen anderer TMS-Anbieter erstellt „FreightPilot“ bereits den fertigen Dispositionsplan inklusive einer Touren- und Beladungsoptimierung.

Mit diesem System unterstützt Heuremo Bohnen Logistik, ein Unternehmen der duisport-Gruppe, bei der Entwicklung einer Tourenplanung, die den Transport zu verschiedenen Zielen intelligent kombiniert und zusätzlich die Beladungsplanung optimiert. Im Accelerator-Programm der Innovationsplattform startport kamen die Firmen zusammen. Eine Kooperation mit direktem Mehrwert: Wo bisher Menschen auf jeweilige Hindernisse analog reagieren mussten, ermöglicht die künstliche Intelligenz digitale und proaktiv reibungslos ineinandergreifende Prozesse. Man gewinnt Zeit und spart dadurch Geld. Aufgaben werden zunehmend an selbstlernende digitale Systeme delegiert. „Für uns ist die Zusammenarbeit ein Gewinn. Die optimale Berechnung wird mit unseren tatsächlichen Daten der Disposition verglichen, um die Einsparungspotenziale zu identifizieren. Sollten hier relevante Einsparungen zu realisieren sein, prüfen wir, wie der Algorithmus von Heuremo mit unserem Transport Management System kombiniert werden kann, damit unsere Disposition direkt mit Heuremo arbeiten kann“, berichtet Julian Schneider von Bohnen Logistik.

Die rund drei Millionen LKW in Deutschland sind durchschnittlich nur zu 60% ausgelastet und legen zudem in Summe rund 6,595 Mrd. Leerkilometer pro Jahr zurück. Unwirtschaftliche Touren und schlechte Auslastung – ein Problem, das so nicht weiter hinzunehmen ist, findet Sven Spiekermann. Neben den, alleine im europäischen Markt, vermeidbaren 26,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr und den Millionen zu umgehenden Fahrkilometern, ist der Markt durch einen erheblichen Mangel an Fahrern, schwache Margen und einer unzureichenden Automatisierung gekennzeichnet. Diese Missstände führen zudem zu einer immer problematischeren Situation der LKW-Fahrer. Wo die Automatisierung in anderen Branchen bereits nicht mehr wegzudenken ist, weist die Logistikbranche auch im 21. Jahrhundert noch höchst ineffiziente Arbeitsweisen auf, die mit viel hohem manuellen Aufwand einhergehen.

Diese Probleme löst Heuremo mit „FreightPilot“. Das System fußt auf zwei Säulen: Automatisierung und Ganzheitlichkeit. Mittels einer automatischen, parallelen Optimierung von Ladekapazitäten und Touren erhöht FreightPilot die durchschnittliche Auslastung der Fahrzeuge um 20%. Dadurch kann nicht nur die Menge an benötigten Fahrzeugen und Fahrern eingespart, sondern, der durch den Straßengüterverkehr bedingte CO2-Ausstoß, der in Europa mehr als 156 Millionen Tonnen beträgt, um 26,5 Millionen Tonnen reduziert werden.

„Während das Transportmanagement heute zudem durch verschiedene Systeme, die nur rudimentär miteinander kommunizieren, geprägt ist, konsolidieren wir diverse Systeme auf FreightPilot. So ist, durch die Anbindung an bereits 39 verschiedene Telematiksysteme, der Live-Status aller Fahrzeuge direkt einsehbar und FreightPilot kann durch einen zuverlässigen Datenrückfluss und KI-Algorithmen dynamisch auf die Ereignisse der realen Welt reagieren.“

Inzwischen setzen eine Reihe von Kunden das Produkt „FreightPilot“ ein, darunter primär mittelständisch geprägte Transportunternehmen und zum Teil größere Unternehmen aus dem Stahlhandel, Verzinkungsunternehmen oder Gasproduzenten.

Andere Finalisten:

Ihr Kontakt:

Simone Stangier
Simone Stangier
  • Marketing
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