KfW-ifo-Kredithürde: Banken bei Kreditvergabe an Mittelstand restriktiver

KfW-ifo-Kredithürde: Banken bei Kreditvergabe an Mittelstand restriktiver

Kleine und mittelständische Unternehmen fragen seit dem Allzeittief im Sommer 2021 wieder mehr Kredite nach. Im zweiten Quartal gaben 21,1 % (+0,5 PP) von ihnen an, in Verhandlungen mit den Banken zu stehen, so die neue KfW-ifo-Kredithürde. Doch ob sich damit der bereits vor der Pandemie eingesetzte trendmäßige Rückgang des Anteils der Mittelständler in Kreditverhandlungen (längerfristiger Durchschnitt: 25,8 %) umkehrt, sei fraglich.

So dürfte der Anstieg in den ersten beiden Quartalen maßgeblich auf den Krieg in der Ukraine und die hohen Inflationsraten zurückzuführen sein, die den kurzfristigen Finanzierungsbedarf merklich erhöht haben. In den kommenden Quartalen könnte sich die Nachfrage im Rahmen der zu erwartenden konjunkturellen Abkühlung erneut wieder etwas abschwächen.

Bei den kleinen und mittleren Unternehmen, die aktuell Finanzierungen nachfragen, sind die Banken nach der über einige Quartale anhaltenden moderaten Entspannung wieder restriktiver. Die Kredithürde steigt für diese Größenklasse deutlich um 3,1 PP auf 20,8 %. Fast alle Wirtschaftsbereiche sind betroffen, die große Ausnahme stellt der Einzelhandel dar. Grund hierfür könnten die in diesem Wirtschaftsbereich grundsätzlich positiveren Geschäftsaussichten nach Rücknahme der meisten Corona-Infektionsschutzmaßnahmen sein.

Zusammenfassung der Presseinformation

  • Mittelständler fragen im zweiten Quartal etwas mehr, Großunternehmen deutlich mehr Kredite nach
  • Kredithürde für den Mittelstand steigt, aber leichte Lockerung des Kreditzugangs für Großunternehmen
  • Zu erwartende konjunkturelle Abkühlung dürfte Kreditnachfrage wieder dämpfen

Quelle: KfW
Vollständige Pressinformation

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