Innovationsbeschaffung der öffentlichen Hand in Europa: EU-Studie bestätigt große Marktpotenziale

Innovationsbeschaffung der öffentlichen Hand in Europa: EU-Studie bestätigt große Marktpotenziale

Sie möchten wissen, wie viel der öffentliche Sektor investiert, welche Sektoren dabei die größte Rolle spielen und ob es finanzielle Anreize für Beschaffer gibt? Einen informativen Überblick bietet eine kürzlich im Auftrag der EU veröffentlichte Studie mit Ergebnissen eines EU-weiten Benchmarkings der nationalen politischen Rahmenbedingungen und Investitionen zur Innovationsbeschaffung. In Deutschland gibt es mit KOINNO, dem Kompetenzzentrum für die Beschaffung von Innovationen, übrigens eine zentrale Anlaufstelle. ZENIT ist dort als EU-Kontaktstelle für die öffentliche Beschaffung von Innovationen beteiligt.

Ziel der von pwc durchgeführten Studie ist es, die europäischen Länder und die Europäische Kommission dabei zu unterstützen, die öffentliche Nachfrage nach innovativen Lösungen in ganz Europa zu stärken.

Zusammenfassung der Ergebnisse (Auszug)

Der strategische Einsatz der Innovationsbeschaffung kann dazu beitragen, die operativen, gesellschaftlichen und globalen Herausforderungen zu bewältigen, denen sich der öffentliche Sektor in Europa gegenübersieht. Die Beschaffung von Innovationen ist von strategischer Bedeutung für die wirtschaftliche Erholung. Sie ist ein Instrument zur Modernisierung des öffentlichen Sektors und beschleunigt gleichzeitig die Markteinführungsgeschwindigkeit, mit der Unternehmen Innovationen auf den Markt bringen. In Europa wird ihr Potenzial jedoch nicht voll ausgeschöpft. Zu geringe Investitionen in die Innovationsbeschaffung von IKT-basierten Lösungen hemmen das Wirtschaftswachstum in Europa dabei besonders.

Ein besonderes Hindernis für politische Entscheidungsträger in Europa bei der allgemeinen Beschaffung von Innovationen liegt im NIchtvorhandensein vergleichbarer Daten zur aktuellen Situation sowie zu den Stärken und Schwächen in verschiedenen Ländern Europas. In der Studie wurde daher ein Ansatz zur systematischen Messung und Überwachung der Fortschritte bei der Beschaffung von Innovationen und bei der Beschaffung von Innovationen für IKT-basierte Lösungen entwickelt, der bisher in 30 Ländern in Europa durchgeführt wurde: in den 27 EU-Mitgliedstaaten, dem Vereinigten Königreich, Norwegen und der Schweiz. Dieses Benchmarking ist die erste Übung überhaupt, bei der die Reife der nationalen politischen Rahmenbedingungen für die Beschaffung von Innovationen und der Umfang der öffentlichen Beschaffung innovativer Lösungen – einschließlich des in IKT investierten Anteils – in allen Bereichen der Aktivitäten des öffentlichen Sektors auf vergleichbare Weise in jedem dieser Länder bewertet werden.

Hintergrund

Öffentliche Institutionen in der EU geben jährlich über eine Billion Euro für die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen aus. In Deutschlang beträgt das Volumen laut Schätzung der Bundeswehr-Universität München mehr als 350 Milliarden Euro. Für die Öffentliche Beschaffung von Innovationen startete die EU 2009 deshalb Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen für drei Förderinstrumente. Damit sollen insbesondere der Bereich Forschung und Entwicklung gestärkt und die Entwicklung von technologisch innovativen Lösungen für die öffentliche Verwaltung, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen angeregt werden. Zielgruppen sind Öffentliche Institutionen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

In Netzwerkprojekten (Coordination and Support Action – CSA) beschäftigen sich Konsortien aus internationalen öffentlichen Beschaffern damit, welche Innovationen sinnvoll sein könnten. Sollte es diese am Markt noch nicht geben, kann sich ein Projekt der vorkommerziellen Auftragsvergabe (Pre-Commercial Procurement – PCP) anschließen. Das dritte Instrument ist der Einkauf von innovativen Produkten bzw. Lösungen (Public Procurement of Innovative Solutions – PPI). ZENIT ist EU-Kontaktstelle für die Öffentliche Beschaffung von Innovationen im Kompetenzzentrum Innovative Beschaffung (KOINNO).

Executive summary (DE/EN/FR)
Final Report (EN)
Webseite Final Report mit Ländervergleich

Webseite KOINNO

Kontakt

Juan Carmona-Schneider
Juan Carmona-Schneider Dipl.-Geogr.
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