Herausforderungen, Themen, Ziele und die richtigen Partner: Erfolgsfaktoren für ZIM-Netzwerke, die Mehrwert schaffen

Herausforderungen, Themen, Ziele und die richtigen Partner: Erfolgsfaktoren für ZIM-Netzwerke, die Mehrwert schaffen

Kleine und mittlere Unternehmen sind besonders dann erfolgreich, wenn sie marktorientierte innovative Produkte oder Dienstleistungen anbieten. Allerdings hat nicht jeder Mittelständler die Kapazitäten oder das Know-how, Innovationen alleine zu bewerkstelligen. Aber auch Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen sind an Forschung und Entwicklung unternehmensspezifischer Anforderungen interessiert und unterstützen entsprechende Projekte mit großem Engagement. Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft machen also an vielen Stellen Sinn. Ein ideales Instrument dafür sind ZIM-Innovationsnetzwerke. ZENIT managt aktuell gleich fünf davon.

Rund 110 Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft sind es zurzeit, die in von ZENIT koordinierten Netzwerken aktiv sind. Die Motivation, dies zu tun, ist die für alle Partner erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit und die gemeinsame Entwicklung innovativer Lösungsansätze. Unternehmen und Forschungseinrichtungen verfolgen mit der Kooperation gleiche Ziele.

Technische Ziele

  • Entwicklung neuer Technologien
    Materialgruppen, Hybride Ansätze, Produktionsprozesse
  • Know-how-Gewinn
    Anpassung der Verfahren an Trends der verschiedenen Anwendermärkte
  • Generierung technischer Alleinstellungsmerkmale
    Know-how-Kombination der Partner
  • Erschließung neuer technologischer Kompetenzfelder
  • Intensivierter Technologietransfer und Nutzung von Synergien,
    insbesondere technologieübergreifend (Fertigungstechnologien, Materialien,…)

Wirtschaftliche Ziele

  • Höhere Umsätze in den etablierten Marktsegmenten
  • Erweiterter Absatz durch neue Kunden und Märkte
  • Stärkung der Wettbewerbssituation durch verbesserte Alleinstellungsmerkmale
  • Schaffung weiterer Arbeitsplätze
  • Schnellerer Marktzugang (verkürzte Entwicklungsphasen)
    Wissens- und Technologietransfer im Netzwerk
  • Zeit-, Kosten- und Ressourcenersparnisse durch Kooperation im Netzwerk, effizientere Produktionsprozesse

Gemeinsame Entwicklungslinie und Ideen für förderfähige Projekte

Worin aber liegt der Erfolg wirklich guter Netzwerkarbeit? „Das fängt schon bei der Auswahl der Themen an“, weiß Sabine Widdermann, ZIM-Koordinatorin bei ZENIT. „Wir suchen vor allem nach Netzwerkideen, die dazu geeignet sind, Wertschöpfungspotenziale für kleine und mittlere Unternehmen zu erschließen und das Innovationsniveau zu erhöhen.“

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Ist ein Thema gefunden, gelte es, die richtigen Partner dafür zu finden – konkret heißt das mindestens sechs voneinander unabhängige kleine und mittleren Unternehmen sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen – und einen erfolgreichen Antrag beim BMWi zu stellen.

Wichtigstes Ziel des Netzwerkmanagements sei anschließend die Unterstützung der Unternehmen bei der Identifizierung von Projektideen, die Suche nach geeigneten Förderprogrammen und die Begleitung bei deren erfolgreicher Umsetzung. Zentral dabei sei eine gründliche Marktanalyse, Markteintrittsstrategien und vor allem eine Technologie-Roadmap der Akteure, also ein „roter Faden“.

Letzten Endes spiele es kein Rolle, ob aus dem Netzwerk heraus klassische Forschungs- und Entwicklungsprojekte oder zur Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), die eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und wirtschaftlicher Anwendung schlägt, initiiert werden. Wichtig sei nur, welche Benefits für die beteiligten Unternehmen dabei herauskommen.

„Für uns ist das bei ZENIT angesiedelte ZIM-Kooperationsnetzwerk FOresIght ein wichtiges Netzwerk, in dem wir die richtigen Partner für die Umsetzung unserer Konzepte finden. In das Netzwerk bringen wir unsere Kompetenzen ein. Durch den Austausch mit den Netzwerkpartnern haben wir die Chance, zukünftige Trends frühzeitig zu erkennen.“ Dr. Stephan Kirchmeyer, Leiter Marketing COPT – Zentrum für organische Elektronik

Alle fünf bei ZENIT angesiedelten Netzwerke beschäftigen sich mit spezifischen Fragestellungen rund um wirtschaftlich relevante und innovative Themen wie KI oder Nachhaltigkeit. Einige Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind gleich in mehreren Netzwerken aktiv.

ZIM-Kooperationsnetzwerke bei ZENIT

Seit 2017 arbeiten über 30 Unternehmen und Hochschulen aus Deutschland, der Schweiz, der Niederlande und UK im Projekt FOresIght – Funktionsintegration und neue Oberflächen für das Automobilinterieur der Zukunft zusammen. Gemeinsame Zielsetzung auch der seit 2019 laufenden zweiten Phase ist es, Innovationen für das Autointerieur der Zukunft in unterschiedlichen Technologiebereichen wie funktionale Oberflächen, Beleuchtung, hybride nachhaltige Materialien und im Werkzeug- und Formenbau zu fördern.

Das 2018 initiierte Netzwerk „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen in Maschinen, Anlagen und Produktion – KI-MAP“ besteht aus drei Anwendern aus dem Kreis der Maschinen- und Anlagenhersteller, die mit elf Anbietern und sieben Forschungseinrichtungen kooperieren. Ziel ist es, dem Einsatz datenbasierter Lösungen in Maschinen, Anlagen und Produktionsprozessen den Weg zu bereiten. Der Austausch im Netzwerk soll dazu führen, technisch realisierbare Konzepte aus Anwendungsgebieten der Big Data und Data Science gezielt so zu entwickelt, dass der Einsatz in mittelständischen Applikationen und Anwendungsgebieten demonstriert wird und „Use Cases“ entstehen, die die Adaption dieser zukunftweisenden Technologien in weiteren Unternehmen fördern und erleichtern.

MUPAM (Multiplikative Produkte im Additive Manufacturing), das Innovationsnetzwerk für den industriellen Einsatz additiver Verfahrenen für Metall- und Kunststoffdruck, startete Ende 2020 zusammen mit Partnern aus dem Niederlanden in die zweite Phase (Projektende: November 2023). Neben dem Knowhow-Transfer und der Vernetzung bearbeitet das Konsortium aus vier kleinen und mittleren Unternehmen des produzierenden Gewerbes, sieben Forschungseinrichtungen sowie vier assoziierten Partnern die Themenfelder: Mechanische Eigenschaften / Oberflächengüte / Hybride Materialien & Bauweisen / Prozessintegration, um gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE) zu initiieren.

Nach einer erfolgreichen Gründung 2020 und Stabilisierung des Netzwerks ReNewTex – Nachhaltige Kreislaufwirtschaft für faserbasierte Wertstoffe, insbesondere in Hochlohnländern – wurden erste technologische Ansätze zur Förderung einer kreislauffähigen Zukunft für textile Bodenbeläge definiert und z.T. bereits in Vorversuchen validiert. Die in intensiven Diskussionen der 23 Partner aus Unternehmen und Hochschulen entwickelten Konzepte sollen nun in der zweiten Projektphase ab Sommer 2021 aktiv umgesetzt werden. Dabei wird auch eine Ausweitung der Kooperation mit mittelständischen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette aus Deutschland und Europa angestrebt.

Das ZIM-Kooperationsnetzwerk CopServ, das sich inhaltlich und von der Projektlaufzeit her auf der Zielgeraden befindet, beschäftigt sich mit der Entwicklung innovativer Ideen und neuer Geschäftsmodelle für die kommerzielle Verwendung von Daten aus dem europäischen Satellitenprogramm „Copernicus“. Auf Grundlage der Kombination aus Satellitendaten, terrestrischen Beobachtungssystemen und Datenbaken stellt es Informationen zur Verfügung, die dabei helfen können, auf aktuelle Herausforderungen wie den Klimawandel effizienter zu reagieren oder neue Wachstumsmärkte zu erschließen.

In den vier erstgenannten Netzwerken sind neue Mitglieder jederzeit willkommen. Außerdem freuen wir uns auf Anregungen zur Initiierung neuer Netzwerke und Ihre Vorschläge dafür.

Kontakt

Sabine Widdermann
Sabine Widdermann Dipl.-Math.
  • Technologien
  • ZIM-Netzwerke
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