Grüne Innovationen erfolgreich: Netzwerk ZENIT kürt Innovationspreissieger und vergibt zwei Auszeichnungen

Grüne Innovationen erfolgreich: Netzwerk ZENIT kürt Innovationspreissieger und vergibt zwei Auszeichnungen

Welch tolle Ideen und Produkte herauskommen, wenn umweltfreundliche Ideen von Start-ups auf gestandene Unternehmen und Forschungseinrichtungen treffen, bewiesen 28 spannende Bewerbungen um den Innovationspreis des Netzwerks ZENIT. Drei Kooperationsprojekte hatten es ins Finale geschafft und wurden am 17. Januar 2022 von NRW-Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und dem Netzwerkvorsitzenden Thomas Eulenstein geehrt. Der bereits zum zehnten Mal vergebene Preis stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Nachhaltigkeit und Resilienz“. Gesucht worden waren Kooperationsprojekte von oder zwischen kleinen und mittleren Unternehmen, Start-ups und/oder Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen. Eine Aufzeichnung der Preisverleihung gibt es auf Youtube.

Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreises ist das Aachener Unternehmen Trailer Dynamics. Ziel der Kooperation mit der Krone Gruppe ist die langfristige Einsparung von Millionen Tonnen CO2 von Diesel-Langstrecken-LKW. Erreicht werden soll diese durch die Einrichtung eines zusätzlichen elektrischen Antriebsstrangs im Trailer, der auch die Reichweite von e-LKW erhöht.

Eine Auszeichnung erhielt das Unternehmen Nature Compound aus Schwerte für die nachhaltige Produktion von bio-basierten und biologisch abbaubaren Granulaten. Als Dosierhilfen für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie sollen sie der weltweiten Verschmutzung durch fossil-basierte Kunststoffe entgegenwirken. Projektpartner ist der Kunststoffspezialist Meding.

Eine weitere Auszeichnung ging an die Firma Bestseller Marketing aus Leverkusen. Deren Inhaberin entwickelt zusammen mit der Hochschule Niederrhein zurzeit einen innovativen, biogenen und lichthärtenden Nagellack.

„Alle drei Projekte – Trailer Dynamics, Nature Compound und Bestseller Marketing – sind beeindruckende Beispiele für den Ideenreichtum Nordrhein-Westfalens. Sie zeigen, wie Kooperationen zwischen jungen Start-Ups und etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen die Wirtschaft unseres Landes nachhaltiger gestalten und fit für die Zukunft machen können. Mit Innovation durch Kooperation treiben wir die klimagerechte Transformation in unserem Land weiter voran“, sagte Wirtschafts- und Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart bei der Preisverleihung.

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Michael Nimtsch von Trailer Dynamics (Mitte) freute sich über den Gewinn des Innovationpreises des Netzwerks ZENIT. Auszeichnungen erhielten Sabine Oberpriller von Bestseller Marketing und Niclas Beutler von Nature Compound. Es gratulierten Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (links), ZENIT-Geschäftsführer Jürgen Schnitzmeier (rechts), Thomas Eulenstein als Vorsitzender des Netzwerks (hinten links) und der Juryvorsitzende Prof. Oliver Koch
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Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart appellierte an Start-ups mit innovativen Ideen Angebote wie die von ZENIT als Innovationsagentur des Landes, den Hubs oder Gründerstipendien zu nutzen, um aus Ideen Produkte werden zu lassen


Als Vorsitzender des Netzwerks ZENIT e.V. betonte Thomas Eulenstein die herausragende Bedeutung von Kooperationen für die nordrhein-westfälische Wirtschaft: „Unsere 200 Mitgliedsunternehmen sind innovativ, kooperationsfreudig und schauen über den Tellerrand ihrer eigenen Unternehmen hinaus. Alle 28 Bewerbungen zeigen, wie fruchtbar die Zusammenarbeit zwischen Start-ups, etablierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen sein kann. Im Verein forcieren wir solche Kooperationen und leisten damit einen Beitrag zur Innovationsfähigkeit des Landes NRW.“

Die Laudatio für die drei Finalisten hielt der Juryvorsitzende Prof. Dr. Oliver Koch, Vizepräsident für Forschung und Transfer der Hochschule Ruhr West.

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Thomas Eulenstein freute sich als Netzwerkvorsitzender über die hervorragende Qualität der eingegangenen Bewerbungen
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Der Juryvorsitzende Prof. Dr. Oliver Koch bei der Laudatio für die drei Finalisten

Sieger Trailer Dynamics GmbH

Für weniger CO2 und mehr Reichweite: Aachener Unternehmen entwickelt eTrailer für Diesel- und elektrische Langstrecken-LKW

Einen signifikanten Beitrag hin zur „Grünen Logistik“ will das 2018 gegründete Aachener Unternehmen Trailer Dynamics leisten. Entwickelt hat es dafür einen elektrischen Antriebsstrang für Langstrecken-LKW. Der macht Diesel-LKW CO2-ärmer, bei elektrischen Sattelzugmaschinen sorgt er außerdem für eine spürbare Reichweitenerhöhung. Basis ist der eTrailer, eine leistungsfähige elektrische Achse, die unabhängig von der Sattelzugmaschine arbeitet. Die Tests mit einem ersten Prototypen bestätigen die großen Erwartungen an das innovative System. Strategischer Kooperationspartner ist die Krone Gruppe, einer der führenden Hersteller von Trailern, also Sattelaufliegern.

Um den Umweltzielen von EU und Bund gerecht zu werden, ist die wichtigste Zielgruppe im ersten Schritt insbesondere die Bestandsflotte an Diesel-Sattelzugsystemen. „Wir gehen davon aus, dass diese Systeme noch für die nächsten 20 bis 30 Jahre die überwiegende Motorisierung des Langstrecken-Güterverkehrs darstellen“ prognostizieren die beiden Unternehmensgründer und Geschäftsführer Michael Nimtsch und Abdullah Jaber. Da es für LKW, die vor allem auf Kurzstrecken unterwegs sind, bereits Lösungen zur Schadstoffverringerung gibt, liegt der Fokus von Trailer Dynamics auf Diesel-LKW, die bei ihren Fahrten mehr als 500 Kilometer zurücklegen. Deren Treibstoffverbrauch soll um mehr als 20 Prozent gesenkt und damit jährlich mindestens 20 Tonnen CO2 pro Sattelzug eingespart werden. Bei einem angenommenen Marktanteil an eTrailern von 10 Prozent würde dies in Deutschland zu einer jährlichen Emissionsreduktion von mehr als einer Million Tonnen CO2 führen.

Profitieren vom eTrailer sollen nicht nur die Umwelt, sondern auch die Logistikunternehmen. Dank der zusätzlichen eAchsen-Leistung wird die Sattelzugmaschine im Antrieb unterstützt, kann zusätzlich einfach kleiner dimensioniert werden und verringert damit die laufenden Betriebskosten.
Das System selbst ist herstellerunabhängig und lässt sich mit allen gängigen Sattelzugmaschinen kombinieren.

Homepage Trailer Dynamics
Projektbeschreibung auf ZENIT-HP
Kurz-Video zur Innovation auf Youtube

Auszeichnung Bestseller Marketing/alpha laboratories

Next Generation-Lack: Leverkusenerin entwickelt nachhaltigen, lichthärtenden Nagellack

Was für Männer eher ein Buch mit sieben Siegeln ist, gehört für viele Frauen zum Alltag: Der regelmäßige Gang ins Nagelstudio oder die Maniküre zu Hause. Laut Statistischem Bundesamt beträgt das jährliche Marktvolumen zurzeit knapp 2 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Nagelmodellagen mit Shellac, Gel oder einem herkömmlichen Lack sind Standard und in der Regel mit einer Menge Chemie verbunden. Nachhaltiger will dies Sabine Oberpriller machen, die dafür eine Förderung des Landes NRW nutzt und mit der Hochschule Niederrhein zusammenarbeitet.

Seit September 2021 arbeitet sie mit der Hochschule daran, eine kostengünstige Vorrezeptur des Lacks zu entwickeln und anschließend in die Pilotphase mit Praxistests zu gehen. Nach der Auswertung der Ergebnisse, Produktoptimierungen und dem Übergang zur Marktreife werden die Themen Werbung und Vertrieb auf dem Programm stehen. In die Hand nehmen wird sie das mit ihrer Werbeagentur Bestseller Marketing.

Das Resultat der Kooperation hat die Erwartungen bislang übertroffen: Zwei der fünf größten Inhaltsstoffe konnten bereits durch nachhaltige bio-basierte Alternativen ersetzt werden. Alle im Versuchsprodukt eingesetzten Stoffe sind darüber hinaus Made in Europe, zertifiziert, ungiftig, lösemittelfrei und kommen ohne Tierversuche aus.

Da das Marktpotenzial für einen hochwertigen, anwendungs- und umweltfreundlichen Nagellack hoch ist, sieht die Leverkusenerin große Potenziale, um ein neues Geschäftsfeld aufzubauen, was auch die Gründung eines neuen Unternehmens einschließt. Einen Namen für Produkt und Firma hat sie bereits: alpha laboratories.
Projektbeschreibung auf ZENIT-Webseite
Kurz-Video zur Innovation auf Youtube

Auszeichnung Nature Compound GmbH

Wenn schon Papierkram, dann richtig: Start-up aus Schwerte entwickelt bio-basiertes Granulat aus Komponenten der Papierherstellung für Kunststoffprodukte

99 Prozent der globalen Kunststofferzeugnisse werden zurzeit aus fossilen Rohstoffen gewonnen. Dies zu ändern, hat sich das Start-up Nature Compound aus Schwerte vorgenommen. Getreu dem Firmenmotto „Less Plastic. More future“ will sie mit einem bio-basierten, abbaubaren Granulat aus knapp 70 Prozent nachwachsenden Rohstoffen einen Beitrag dazu leisten, die weltweite Verschmutzung von Wäldern und Meeren zu bekämpfen. Erste Zielgruppe sind Produzenten aus der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, die Dosierhilfen oder andere dünnwandige Produkte herstellen, die meist als Einwegprodukte eingesetzt werden. Kooperationspartner ist die Meding GmbH aus dem sauerländischen Halver.

„Wir verstehen uns als Vorreiter einer fortschrittlichen Brückentechnologie für verantwortungsbewusste Unternehmen in der kunststoffverarbeitenden Industrie, die durch den Einsatz eines ökologisch wertvollen Granulats ihre Zukunftsfähigkeit verbessern wollen“ beschreibt Geschäftsführer Niclas Beutler den eigenen Anspruch und den Nutzen für Anwender.

Gedauert hat die Entwicklung des Granulats aus Cellulose, Papierfasern, Stärke, Kreide und Kaolin drei Jahre und wird jetzt im Praxistest auf Herz und Nieren geprüft.
https://nature-compound.com/
Projektbeschreibung auf ZENIT-Webseite

Kurz-Video zur Innovation auf Youtube

Das Netzwerk ZENIT e.V.

Das Netzwerk ZENIT e.V. ist neben dem Land und einem Bankenpool einer von drei Gesellschaftern der ZENIT GmbH, der Innovations- und Europaagentur des Mittelstandes und des Landes NRW. Die GmbH unterstützt seit 1984 im Auftrag von EU, Bund und Land vor allem kleine und mittlere technologieorientierte Unternehmen sowie Hochschulen bei deren Innovations- und Internationalisierungsaktivitäten und bringt potenzielle Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.

Der Innovationspreis ist ein zentrales Instrument des Vereins zur Stärkung innovativer Unternehmen in NRW. Seit dem Jahr 2000 trägt er dazu bei, den Wirtschaftsstandort zu stärken und dem Mittelstand eine besondere Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu geben. Im zweijährigen Rhythmus gibt es Ausschreibungen mit wechselnden Wettbewerbsthemen, die Kooperation zwischen Unternehmen, die Zusammenarbeit von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen oder auch herausragende Internationalisierungsstrategien beinhalten.

Jürgen Schnitzmeier
Jürgen Schnitzmeier Geschäftsführer
Dipl.-Soz.-Wiss.
  • Fördermittel
  • Innovationen
  • Marketing
Simone Stangier
Simone Stangier
  • Marketing
  • Netzwerk ZENIT e.V.
  • ZIM-Netzwerke

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