EU-Forschungsförderung: Mitspielen in der Champions League

EU-Forschungsförderung: Mitspielen in der Champions League

Forschungsaffine KMU brauchen Unterstützung bei der Umsetzung von Ideen mit hohem Risiko. Durch die momentane Aussetzung des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand bieten sich dafür EU-Programme wie Horizont Europa an. Als Teil des Enterprise Europe Network informiert das NRW.Europa-Team über Potenziale und Anforderungen und vermittelt Konsortialpartner. Das war auch den VDI nachrichten einen Beitrag wert.   

Mit einem Budget von rund 95,5 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2021 bis 2027 ist das Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont Europa“ das weltweit ambitionierteste seiner Art. Die bewilligten Fördermittel sind in der Regel höher als bei nationalen Programmen und laufen über einen längeren Projektzeitraum.

Gefördert werden ausschließlich Projekte mit hohem Anspruch und ebensolchem Risiko. Auch das  Antragsverfahren ist komplex, so dass das Motto „Kein Antrag ohne Beratung“ heißt. Dr. Karsten W. Lemke, in der ZENIT-Geschäftsführung für den Bereich Europa zuständig, fasst den Anspruch zusammen: „Die Anträge sind sehr komplex, sie müssen auf Englisch eingereicht werden und es gibt starke Wettbewerber“. Das passende Bild dazu heißt Champions League: „Wer gegen Paris Saint-Germain antritt, muss schon Leistung auf den Platz bringen.“

„Wer eine Horizont-Europa-Förderung haben möchte, braucht in der Regel drei unabhängige Partner aus drei EU- Mitgliedsstaaten oder assoziierten Staaten. In der Praxis sind es aber meist mehr“, weiß ZENIT-Fördermittelexperte Tim Schüürmann. „Kooperationspartner aus Wirtschaft und Wissenschaft vermittelt das NRW.Europa-Team über persönliche Kontakte zu anderen Enterprise Europe Network-Akteuren und eine Datenbank.“

Die angedachten Projekte orientieren sich an den 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der UN. Dazu gehören Themen wie „Maßnahmen zum Klimaschutz“, „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ oder das Feld „Industrie, Innovation und Infrastruktur“.

In einem Antrag sollte deshalb immer auch der Nutzen für die Europäische Union herausgestellt werden. „Viele Projektanträge scheitern daran, dass die Antragsteller zu sehr die wissenschaftliche Sicht und den Neuheitsgrad betonen, aber nicht, welchen Beitrag ihr Projekt für die Lösung eines bestimmten Problems leistet“, weiß Karsten W. Lemke.

Wer über ein Forschungsprojekt Antworten auf eine EU-relevante Fragestellung finden möchte, kann sich auf zwei Arten beteiligen: Entweder als Konsortialführer oder als Projektteilnehmer. Für erfahrene Akteure kommt ersteres, für Einsteiger und kleinere Unternehmen eher letzteres in Frage. „Unternehmen ohne einschlägige Erfahrung raten wir, sich als Partner einem Konsortium anzuschließen. In diesem Fall muss nur ein Profil abgegeben werden. Um den Antrag kümmert sich dann der Konsortialführer“ beschreiben Tim Schüürmann und Karsten W. Lemke das Verfahren.

„Natürlich gibt es auch EU-Förderprogramme wie den EIC Accelerator, die Ideen ohne die Einbindung anderer Partner fördern. Zielgruppe sind kleine und mittlere Unternehmen, die disruptive, hochrisikoreiche Innovationen mit großem Marktpotenzial entwickeln“, ergänzt Tim Schüürmann. Selbstverständlich wird auch dazu beraten.

Hintergrund

Im Auftrag der EU und mit Unterstützung des Landes NRW und der NRW.BANK unterstützt das NRW.Europa-Team aus ZENIT und NRW.BANK Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft bei ihren Horizont Europa-Aktivitäten. Zu den Angeboten gehört neben der Durchführung von Veranstaltungen und umfangreichen Beratungen rund um Fördermöglichkeiten oder die Kooperationspartnersuche auch ein monatlich erscheinender Newsletter. Herausgeber ist die NRW-Landesregierung. In deren Auftrag pflegt das Team auch den Internetauftritt „Horizont NRW“, auf dem es unter anderem Informationen zu aktuellen Veranstaltungen zum EU-Rahmenprogramm gibt.

Wie wichtig das Thema EU-Förderung ist, zeigt auch eine Veröffentlichung in den VDI nachrichten vom 26. November. Grundlage ist ein Interview mit Dr. Karsten W. Lemke und Tim Schüürmann.
Beitrag vdi nachrichen „Rückenwind von der EU“ (S. Seite 24, pay-content)

Weitere Informationen über das Programm Horizont Europa

ZENIT/NRW.Europa-Kontakt

Dr. Karsten W. Lemke
Dr. Karsten W. Lemke Geschäftsführer
Dipl.-Chemiker
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Tim Schüürmann
Tim Schüürmann M. A.
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