Einsteinteleskop: Milliardenprojekt trifft Mittelstand

Einsteinteleskop: Milliardenprojekt trifft Mittelstand

Wer glaubt, dass ein milliardenschweres Forschungsprojekt für ein Teleskop, das mit Hilfe von Gravitationswellen die Entstehung des Universums erklären soll, nichts mit dem nordrhein-westfälischen Mittelstand zu tun hat, irrt. Seit dem 1. März sucht ein Konsortium unter Führung der Aachener AGIT mbH High-Tech-Firmen und Start-ups, die hochspezialisierte Technologien weiterentwickeln. Unternehmen aus der Euregio Maas-Rhein-Region profitieren dabei von Innovationsgutscheinen. Mitmachen können aber auch andere hochspezialisierte Anbieter mit Nischenkompetenzen. Zum Konsortium des Projekts „ET2SMEs – Die neue grenzüberschreitende KMU-Initiative“ gehört auch ZENIT.


Langfristiges Ziel ist es, das geplante unterirdische Einstein-Teleskop im Dreiländereck Aachen-Lüttich-Maastricht anzusiedeln. Dafür gilt es unter anderem, die grenzüberschreitende innovationsorientierte Zusammenarbeit von technologieorientierten Unternehmen zu stimulieren und die Realisierung marktfähiger Innovationen anzustoßen.

Gefördert wird das Projekt bis 2023 über die Euregio Maas-Rhein (EMR) mit insgesamt 950.000 Euro. Für dort ansässige Unternehmen, die grenzüberschreitend mit einem Partner zusammenarbeiten, kann es Zuschüsse zwischen 25.000 und 50.000 Euro pro Projekt geben – bei einer Deckung von 50 Prozent. Aber auch Firmen aus anderen Standorten haben die Möglichkeit, ihre Kompetenzen einzubringen. Gefördert werden sie allerdings nicht.

Interessant ist eine Projektmitarbeit vor allem für Unternehmen aus folgenden Technologiefeldern:

Advanced Manufacturing Technologies
Ultra-precision engineering and mechanics
Cryogenic/vacuum technologies
Vibration isolation

Micro-&Nanotechnologies
Sensorics
Controlling
Micro/nano-mechatronics
metrology

Photonics
Lasertechnology
Opto-mechatronics
Quantum optics
mirrors

Advanced Materials
Polishing/coating mirrors

Gesucht werden außerdem Spezialisten für:

  • Geo-mechanical testing
  • Tunnel boring machining
  • Geophysical imaging
  • Borehole logging
  • 3D surface modelling
  • Environmental monitoring
  • Remote monitoring

Projektpartner

Von niederländischer Seite ist die Industriebank LIOF, von flämischer Seite die POM Limburg beteiligt. Aus der Wallonie wirken ULg Interface, Technologietransferstelle der Universität Lüttich, das Aeronautik-Cluster Skywin sowie die Technologieagentur Sowalfin mit. Aus Nordrhein-Westfalen sind es das Landescluster NanoMikroWerkstoffePhotonics, die AGIT mbH als Leadpartner und ZENIT. Zu den regionalen Partnern und Unterstützern zählen die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich.

„Innerhalb des Projekts werden wir deutsche High-Tech-Unternehmen mit solchen aus den Niederlanden und Belgien zusammenbringen. Dafür erstellen wir gemeinsam mit den anderen Projektpartnern einen Technologiekatalog. Der gibt nicht nur uns eine Orientierung darüber, welche Technologien, Kompetenzen und Spezialitäten tatsächlich benötigt werden, sondern auch, welche Qualifikation und welches Know-how die Kunden mitbringen müssen“, fasst Rim Stroeks die wichtigsten ZENIT-Aufgaben zusammen.

Hintergrund

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Die Entscheidung, ob das milliardenschwere, 300 Meter unter der Erde liegende Einstein-Teleskop überhaupt in der Region realisiert werden kann, fällt wahrscheinlich erst im Jahr 2024. Mitkonkurrent ist Sardinien. Unabhängig vom Zuschlag birgt das Projekt aber bereits heute riesige Potenziale für kleine und mittlere Unternehmen. Selbst ohne seine Umsetzung können die grenzüberschreitend entstandenen Innovationen auch in anderen Forschungs- und Entwicklungsgebieten wie etwa der Luftfahrt, dem Automobilwesen oder der Halbleiterindustrie zum Einsatz kommen.

Weitere Projektinformationen

Kontakt

Rim Stroeks
Rim Stroeks
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