Effizienz durch KI in der Metallindustrie: innovatives Unternehmen sorgt für eine nachhaltige und verschwendungsfreie Produktion

Effizienz durch KI in der Metallindustrie: innovatives Unternehmen sorgt für eine nachhaltige und verschwendungsfreie Produktion

2,8 Mio. Euro sammelte das Start-up TVARIT kürzlich als Wachstumskapital von namhaften Investoren ein, um ihre führende industrielle KI, die Industrieunternehmen dabei hilft, Energie und Ressourcen einzusparen, weiterzuentwickeln und verstärkt in den Markt zu bringen. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 begleitet ZENIT das ambitionierte Unternehmen unter anderem im ZIM-Kooperationsnetzwerk KI-MAP (Künstliche Intelligenz in Maschinen, Anlagen und Produktion). Ein dort entwickeltes und jetzt bewilligtes Projekt steigert die Attraktivität des jungen Unternehmens für Venture Capital-Geber.

„Driving the World towards a Sustainable and Zero-Waste Manufacturing“. Nichts weniger als eine nachhaltige, verschwendungsfreie Produktionswelt ist die Vision der beiden Firmengründer Suhas Patel und Rahul Prajapat. Die Basis dafür: Künstliche Intelligenz (KI). Genauer gesagt „Prescriptive Analysis“, die „Königsdisziplin“ der KI. Auf Basis von mehr als 160 vordefinierten und -trainierten KI-Algorithmen in der so genannten TVARIT Industrial AI (TiA) Plattform wurden vier Anwendungsfälle rund um das Kernthema „Vermeidung von Ressourcenverschwendung“ und „Energiereduktion“ entwickelt. Damit lassen sich aus den riesigen Datenmengen konkrete Handlungsempfehlungen ableiten, um zum Beispiel den Energieverbrauch pro produzierten Bauteil oder den Ausschuss zu reduzieren: „Industrielle KI funktioniert am besten, wenn sie auf einen dedizierten Anwendungsfall – am besten noch für eine dedizierte Industrie – zugeschnitten ist. Damit unsere Handlungsempfehlungen für die Maschinenbediener nahezu 100% genau der produktionstechnischen Realität entsprechen, erweitern wir zusätzlich unsere KI-Modellierung um physikalische Simulationen und Berechnungen, quasi eine Fusion der Physik mit KI“ beschreiben Patel und Prajapat ihren Lösungs- und Produktansatz.

Erfolgreich sei, wem es dank KI gelinge, die richtigen Vorhersagen für Wertschöpfungsketten und Handlungsempfehlungen für Produktionsprozesse zu erarbeiten. Ergebnisse, die zu realistischen, nachhaltigen Einsparungen führen, müssen in nur wenigen Monaten erzielt werden. Denn durch die Vermeidung von Fehlern, Produktionsausfällen, Leerläufen und Stillständen und der damit verbundenen Einsparung von Ressourcen, ließen sich langfristig eine Menge Kosten einsparen.

Erfolgreich eingesetzt wird die KI bereits in über 20 Fertigungsunternehmen der Metallindustrie.

Genauigkeit und Geschwindigkeit

Der Firmenname ist eine Reminiszenz an das Heimatland der beiden Gründer und nicht zufällig gewählt: TVARIT ist angelehnt an die altindische Sprache Sanskrit und bedeutet übersetzt „schnell“. Erweitert haben sie ihn mit einer zentralen Eigenschaft von Unternehmern „Persistent“, also „ausdauernd“.  „Ein solches Deep Tech Start-up mit dem Ziel zu gründen, Unternehmen weltweit zu einer nachhaltigen, verschwendungsfreien Produktion zu verhelfen, erfordert nicht nur Schnelligkeit, sondern vor allem sehr viel Ausdauer und Leidenschaft“, erklärt Prajapat.

Schon jetzt hat das Unternehmen mehr als 50 Mitarbeiter aus verschiedensten Kulturen und Fachgebieten. Mit der Einwerbung der 2,8 Millionen an Venture Capital (Matterwave Ventures aus München, Futury Capital aus Frankfurt am Main und BMH aus Wiesbaden) will TVARIT jetzt verstärkt in den Go-to-Market, die Kundengewinnung und insbesondere in weitere Produktinnovationen investieren. Neben der aktuellen Fokussierung auf die Gießerei- und Metallindustrie wurde zudem bereits mit der Markterschließung weiterer vertikaler Branchen wie die Lebensmittelindustrie begonnen.

Lange mitgearbeitet hat das Unternehmen als Partner im bei ZENIT angesiedelten ZIM-Kooperationsnetzwerk KI-MAP.

Projektentwicklung in ZIM-Kooperationsnetzwerk KI-MAP

Zu den zentrale Projektfragen gehören: Wie funktioniert Künstliche Intelligenz in der Praxis? Welchen Nutzen kann ihr Einsatz in der Produktion stiften und welche Potenziale, aber auch Gefahren stecken in der Digitalisierung und Vernetzung von Prozessen? Seit 2018 beschäftigt sich das Netzwerk mit Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft mit anwendungsnaher Forschung und Entwicklung von Technologien, Systemen, neuartigen Produkten und Verfahren für Maschinen, Anlagen und Produktionsprozesse auf Grundlage von Methoden der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. Ziel von KI-MAP ist die Entwicklung von Strategien für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Praxis und das Anstoßen von Ideen für smarte, KI-basierte Produkte oder Prozesse. Die darüber angestoßenen Entwicklungsprojekte sollen anschließend mit Hilfe öffentlicher Förderung umgesetzt werden.

Dazu gehört unter anderem auch ein Projekt, an dem TVARIT beteiligt ist. Unter der Überschrift „DARDA-AI / Domain Adaption, Root Cause Analysis und Degradation Pattern Mining mittels Deep Learning Algorithmen“ will das Unternehmen gemeinsam mit der Hochschule Südwestfalen in einem Verbundprojekt neuartige Vorhersagemodelle für den Aluminiumgussprozess entwickeln. Im Rahmen des Projekts sollen Vorhersagealgorithmen entwickelt werden, die bisherige Probleme bei der Nutzung datenbasierter Methoden reduzieren sollen. Ein konsequenter Ansatz ist dabei, erfolgreiche Methoden aus der Signalanalyse mit Methoden des Deep Learning zu kombinieren, um die Vorteile beider Methoden optimal zu nutzen.

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„Die Mitarbeit in KI-MAP und die Unterstützung durch ZENIT bei vielen Start-up-relevanten Fragen, vor allem aber durch das entsprechende Netzwerk hat uns in unserer Anfangsentwicklung sehr geholfen.“ Suhas Patel und Rahul Prajapat, Gründer und Geschäftsführer der TVARIT GmbH

Webseite TVARIT
Webseite KI-MAP

ZENIT-Kontakt

Stefan Braun
Stefan Braun Dipl.-Ing.
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