Das neue EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe: Interessante Konditionen für KMU

Das neue EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe: Interessante Konditionen für KMU

In Brüssel wird gerade der neunte Teil einer europäischen Erfolgsgeschichte aufgelegt. Jenseits von Brexit, COVID und Haushalts-Vetos verhandeln die Mitgliedstaaten, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission die neue Programm- und Förderkulisse für den Zeitraum 2021 bis 2027. Alle Programme – inklusive dem für forschungstreibende Unternehmen aus NRW wichtigen EU-Rahmenprogramm Horizon Europe – stehen vor einem Neustart, budgetär und oft inhaltlich. Ein Überblick.

Die Kommission von der Leyen hat Grundsätze formuliert, die jetzt als Backbone und politische Priorität auch und gerade mit den Förderinstrumenten umgesetzt werden sollen. Das gilt für die Strukturförderung (EFRE & Co) genauso wie für die thematischen Programme (Umwelt, Bildung) und insbesondere für den Bereich Forschung und Entwicklung.

Am 1. Januar 2021 soll der Vorhang für das mittlerweile neunte Forschungsrahmenprogramm gelüftet werden, wahrscheinlich im Zuge der heute (Anfang Dezember) noch nicht verabschiedeten Budgets und noch nicht rechtlich bestätigen Beteiligungsregeln diesmal mit einem fliegenden Start.

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Quelle: EU

Rahmen und Zielrichtungen sind klar, deswegen lohnt sich ein Blick darauf, bevor die ersten Ausschreibungen öffentlich sind.

Steckbrief Horizon Europe

NameHorizon Europe, EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation
BudgetRund 100 Mrd. Euro
Laufzeit1.1.2021 bis 31.12.2027
StrukturDrei große Bereiche:
Excellent Science (vorwiegend themenoffene Förderung für Grundlagenforschung und Mobilität von Forscherinnen und Forschern)

Global Challenges & European Industrial Competitiveness, FuE entlang sechs thematischer Schwerpunkte, meistens in mehrjährigen Verbundprojekten

European Innovation Council: Förderung von Sprunginnovationen, Innovationssystemen und dem European Institute of Technology Zusätzlich: Aktivitäten im Bereich European Research Area
Was bleibt aus dem Vorgängerprogramm Horizon 2020?Eine ganze Menge. Im Wesentlichen die Struktur der drei Säulen, die Förderquoten und Förderinstrumente und die Antragstellung über ein zentrales Onlineportal sowie die Orientierung an Technology Readiness Levels und auch die Bewertungskriterien (wissenschaftliche Exzellenz/Innovation, Impact, Umsetzung). In der Umsetzung der Projekte wird wieder auf ein Model Grant Agreement zurückgegriffen.
Dies geschieht unter Rückgriff auf die Halbzeitevaluierung von H2020, was zeigt, dass die EU-Kommission sich auf einem guten Weg sieht.
Das große BildDie EU sieht das Programm als Umsetzungsinstrument ihrer definierten Politiken. Diese werden heruntergebrochen bis auf Projektebene, deswegen muss sich jedes Konsortium, nein jeder einzelne Antrag, an der aktuellen Policy Agenda messen. Diese sind: Green Deal, Digitalisierung, ein lebenswertes Europa, die EU-Industriestrategie, Resilienz, uvm. Die EU strebt zudem an, dass Projektergebnisse eine größere Marktwirkung entfalten,
En detailMissionen: Hier werden quer zu den drei Säulen thematische Klammern an den großen Zukunftsthemen gebildet und im Schwerpunkt besonders mit Fördermitteln ausgestattet. Die Schwerpunkte sind: Anpassung an den Klimawandel, Krebs, klimaneutrale Städte, Boden/Lebensmittel, gesunde Ozeane und Gewässer  

Partnerschaften: 49 Partnerschaften bieten in Horizon Europe neben den „klassischen“ Ausschreibung die Möglichkeit europäischer FuI-Projekte in unterschiedlichen Settings, einige davon mit eigenen Beteiligungsregeln, andere im rechtlichen Rahmen von Horizon Europe.  

EIC: Das Thema Disruption und Sprunginnovation wird in den EIC Förderlinien Pathfinder und Accelerator für KMU und junge Unternehmen besonders attraktiv gefördert. Bis zu 17,5 Mio. EUR für einen Einzelantragsteller sollen möglich sein. Spoiler: besondere Förderbedingungen und ein zu H2020 deutlich verändertes Verfahren in der Beantragung und Selektion. Bitte sprechen Sie uns bei Interesse an bevor Sie den Antrag stellen.  

Bürgerbeteiligung: Bürgerinnen und Bürger sollen in Horizon Europe stärker eingebunden und der positive Nutzen von Forschung und Innovation, etwa durch Fortschritte im Gesundheits-oder Umweltbereich , noch deutlicher kommuniziert werden. Das gilt sowohl in als auch nach Projekten und lehnt sich an den Auftrag der Third Mission von Hochschulen neben Forschung und Lehre an.
Wann geht’s los?Die ersten Ausschreibungen sind derzeit für das erste Quartal 2021 angekündigt.

Einige Erfolge, an denen ZENIT und NRW.Europa mithelfen konnten, finden Sie auf unserer Website und unserem Youtube-Kanal  – lassen Sie sich inspirieren, vom Gründer bis zur Hochschulverwaltung ist alles dabei. Fragen beantworten wir gerne – telefonisch/per Videochat und in Informationsangeboten im kommenden Jahr.

Informationen zur ZENIT-Fördermittelberatung

Horizon Europe im EU-Portal

Kontakt

Bernd Meyer
Bernd Meyer Prokurist
Dipl.-Ing. Raum- und Stadtplanung
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Tim Schüürmann M. A.
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