Alle reden von KI: Aber ohne zuverlässige Daten bleibt es beim Wunschdenken

Alle reden von KI: Aber ohne zuverlässige Daten bleibt es beim Wunschdenken

Wer Visionen hat, sollte nicht zum Arzt gehen, sondern sich Unterstützung für deren Umsetzung holen. Auf dem weiten Weg hin zur eigenen Enterprise Intelligence macht dies das Netzwerk ZENIT-Mitglied Thiel & Hoche. Es nutzt dafür ein kostenloses Angebot des Zukunftszentrums KI NRW zur Begleitung der Verbesserung von ERP-Lösungen. Das Ergebnis soll dazu beitragen, die verschiedenen Systeme aus verschiedenen Standorten zusammenzuführen und damit die Grundlage für KI-Lösungen zu legen.

Die Thiel & Hoche GmbH & Co. KG aus Erkrathist ein mittelständischer Automobilzulieferer, der rohrbasierte Produkte für automotiv-Anwendungen entwickelt und herstellt. Aus zwei eigenen Produktionswerken in Deutschland (T+H Rohrtechnik in Norddeutschland, und STC, Sundern im Sauerland), einem Werk in Mexiko, einer Repräsentanz in Korea und einem großen internationalen Netzwerk von Rohrlieferanten und Bearbeitern beliefert das Unternehmen weltweit Kunden in der Automobilindustrie und deren Zulieferer. Das Produktspektrum besteht aus anspruchsvollen Komponenten und Baugruppen auf der Basis von Stahlrohren. Thiel & Hoche-Produkte gibt es im Fahrzeug unter anderem in Sitzen, Fahrwerk, Strukturbauteilen, Stoßdämpfern, Motoren und Getrieben. Im Markt ist das inhabergeführte Unternehmen bekannt für innovative Produkte und Prozesse.

Status Quo und Problematik

Thiel & Hoche arbeitet mit einem selbst programmierten ERP-System, Schwerpunkt dafür ist der Stammsitz in Erkrath. Auch im Fertigungsbetrieb der T&H Rohrtechnik in Wetschen bei Diepholz wird das Produktions-Modul  des eigenen Systems verwendet. In Sundern bei der STC ist eine weitere Software im Einsatz (open Source), im Fertigungsbetrieb in Mexiko nutzt man das gekaufte Standard ERP-System NAVISION.

Ursprünglich war geplant, letzteres in der gesamten Gruppe auszurollen. Passiert ist das allerdings noch nicht. Gründe dafür sind die fehlende Akzeptanz, technische Probleme in Mexiko, die Sprache, regulatorische Anforderungen in Mexiko und das Thema Kosten.

Die Vor- und Nachteile eigenprogrammierter ERP-Lösungen wurden im Unternehmen bereits ausführlich besprochen. Um die Entscheidung „make or buy“ abschließend zu bewerten, holt sich das Unternehmen mit ZENIT als Konsortialführer des Zukunftszentrums KI NRW und dem ZuZ-Partner Universität Siegen erfahrene Akteure in den Themenfeldern Prozessanalyse bzw. ERP-Systeme ins Haus. Nach einem ersten Gespräch im November 2021 geht es seit Mitte Januar an die konkrete Arbeit.

Grundlage für die Arbeitsplanung ist ein Ablaufplan, der je nach Bedarf individuell angepasst werden kann. Ziel aller Aktivitäten ist es, eine einheitliche ERP-Software für das Gesamtunternehmen zu identifizieren und zu implementieren und auf dieser Basis ein Enterprise Intelligence-System aufzubauen. Mit der Zusammenführung der verschiedenen Daten sollen bislang unerkannte Informationspotenziale gehoben werden.  Mit KI-Technologien, wie dem maschinellen Lernen, kann so die Produktion, Auslastung und Logistik über die gesamte Unternehmensgruppe optimiert werden.

Arbeitsplanung

  • Auftakt-Workshop mit Stakeholdern
  • Analyse der globalen IT-Anwendungslandschaft
    • Zentrale Systeme (stammdaten-führende Systeme)
    • Integrierte Subsysteme und deren Schnittstellen
    • Insellösungen
  • Analyse der Kernprozesse mit Fokus auf die Besonderheiten von Thiel & Hoche in Workshops mit Vertretern/Prozessinhabern aller Kernprozesse
    • Aufbau einer Prozesslandschaft
  • Aufbau Kurzlastenheft/Kriterienkatalog zur Darstellung der wesentlichen Anforderungen
  • Abgleich der Kriterien und Anforderungen mit ERP-Anbietern
    • 1. Stufe ist ein Vergleich des Kriterienkataloges mit vorliegenden Kriterienkatalogen der Anbieter (Gewichtung der Kriterien und Aufbau einer Nutzwertanalyse); „passende“ Anbieter werden gefiltert
  • 2. Stufe ist ein Kurzworkshop mit möglichen ERP-Anbietern und Diskussion der Anforderungen
  • Aufbereitung der Ergebnisse aus Stufe 1 und 2 und Aufbau einer Entscheidungsgrundlage
  • Präsentation der Ergebnisse

Als mögliche weitere oder begleitende Schritte (ggf. im Nachgang der Intensivberatung) sind eine Kostenbetrachtung und die Auswertung der ERP-Anbieter-Angebote denkbar.

Das Zukunftszentrum KI NRW

Das ZuZ unterstützt mit acht Partnern kleine und mittlere Unternehmen sowie deren Beschäftigte durch praxisnahe Beratung und Qualifizierung darin, die Chancen und Potenziale von Digitalisierung im betrieblichen Umfeld zu nutzen und damit die Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Das Projekt wird im Rahmen des Programms „Zukunftszentren (KI)“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) gefördert.

Das ZuZ-Team freut sich darauf, auch Sie bei Ihren KI-Projekten zu begleiten.

Webseite Thiel & Hoche
Webseite Zukunftszentrum KI NRW

ZENIT-Kontakt

Michael Guth
Michael Guth Dipl. Oec.
  • Digitalisierung
  • Innovationen
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