Das neue ZIM: Höhere Projektförderung für innovative Vorhaben

Nach mehrmonatiger Pause können seit Ende Mai wieder Anträge im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des BMWi gestellt werden. Mit jährlich über 3.000 neuen Technologieentwicklungsprojekten ist das ZIM das größte Programm der Bundesregierung zur Förderung des innovativen Mittelstandes. Aber was genau bedeuten die im Frühjahr in Kraft getretenen neuen Richtlinien für die Unternehmen, wo verändern sich Fördervoraussetzungen und wer profitiert davon? Antworten geben die ZENIT-Förderexperten.

Zehntausende Projektförderungen in dem seit 2008 laufenden Programm sprechen eine deutliche Sprache, wenn es um dessen Bedeutung für den Mittelstand geht. Wichtig für einen positiven Förderbescheid ist es, zu wissen, worauf es bei einem Antrag ankommt. Seit Programmstart im Jahr 2008 haben unsere Fördermittelexperten viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) auf ihrem Weg hin zu einem positiven Bescheid begleitet und damit einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung innovativer Ideen geleistet. Selbst aktiv sind wir als Koordinatoren von aktuell sechs ZIM-Netzwerkprojekten.
Auskunft über die Neuerungen im Programm geben die Förder- und Innovationsexperten Dr. Karsten W. Lemke (ZENIT-GF) und Sabine Widdermann.

Was ist der Förderzweck?
Die Richtlinie bringt das hier gut auf den Punkt:
Gegenstand der Förderung sind durchzuführende FuE-Aktivitäten und diese unterstützende Leistungen zur Markteinführung für innovative Produkte, Verfahren oder technische Dienstleistungen ohne Einschränkung auf bestimmte Technologien und Branchen.

Was ist eine FuE-Aktivität und welche Rolle spielt hierbei das erforderliche „technische Risiko“? Was heißt neuartig im Vergleich zum Stand der Technik und des Wettbewerbs?
Auch hier ist die Richtlinie sehr klar und verständlich.
Demnach müssen FuE-Projekte:

  • auf anspruchsvollem Innovationsniveau die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig erhöhen und damit neue Marktchancen eröffnen und zur Erschließung von Wertschöpfungspotenzialen beitragen.
  • auf neue Produkte, Verfahren oder technische Dienstleistungen abzielen, die mit ihren Funktionen, Parametern oder Merkmalen die bisherigen Produkte, Verfahren oder technischen Dienstleistungen deutlich übertreffen und sich am internationalen Stand der Technik orientieren. Die Voraussetzungen der experimentellen Entwicklung müssen mindestens erfüllt werden.
  • mit einem erheblichen technischen Risiko behaftet sein, d. h. reine Produkt- oder Verfahrensoptimierungen, die routinemäßig standfinden, befinden sich außerhalb des ZIM-Programms. Das technische Risiko liegt in dem jeweiligen Handlungsansatz des Entwicklungsprojektes selbst. Es bestehen also Unsicherheiten im Lösungsweg, d. h. Forschungs- und Entwicklungsprojekte können auch zu dem Ergebnis führen, dass die gesetzten Ziele nicht oder nicht in der geplanten Art und Weise zu erreichen sind.

Welche Unternehmen dürfen einen Antrag stellen?
Hier gibt es deutliche Veränderungen zum bisherigen ZIM-Programm.
Antragsberechtigt sind KMU entlang der EU-Definition, mittelständische Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern sowie mittelständische Unternehmen mit bis 999 Mitarbeitern in einem Verbundprojekt sind.

Wie haben sich die Fördersätze verändert und gibt es spezielle Maßnahmen für KMU in strukturschwachen Regionen?
Die zuwendungsfähigen Kosten wurden durchweg erhöht. Das ist zunächst eine sehr gute Nachricht. Diese betragen nun für ZIM-Einzelprojekte 550.000 €, Kooperationsprojekte können mit max. 450.000 € pro Teilprojekt und Unternehmen angesetzt werden. Auch Forschungseinrichtungen profitieren: Hier wurden die maximal zuwendungsfähigen Kosten auf 220.000 € erhöht, ohne dass die FuE-Einrichtungen einen Eigenanteil leisten müssen. Unternehmen sollten also keine Probleme haben, geeignete Forschungseinrichtungen für Kooperationsprojekte zu gewinnen.

Zudem wurde die bisherige pauschale Unterscheidung für Unternehmen mit Sitz in den alten oder neuen Bundesländern aufgegeben und durch eine gezieltere Förderung strukturschwacher Regionen ersetzt. Innerhalb dieser Regionen bekommen die KMU zum Ausgleich ihrer Standortnachteile eine höhere Förderquote,

Wie sind die neuen Zugangsbedingungen für Start-ups und Gründungsunternehmen, also KMU, deren Gründung nicht länger als 10 Jahre zurückliegt sowie für Erstinnovatoren?
Diese Unternehmen genießen besondere, begünstigte Zugangsbedingungen: Junge Unternehmen, Kleinstunternehmen und sogenannte Erstinnovatoren haben jetzt Zugang zu den neu eingeführten Durchführbarkeitsstudien. Die Studien dienen der Vorbereitung und Anbahnung von im Anschluss durchzuführenden ZIM-FuE-Aktivitäten. Hier können im Vorfeld Realisierbarkeit und Erfolgsaussichten innovativer Produkte, Verfahren oder technischer Dienstleistungen ermittelt werden, was eine große Hilfe sein dürfte. Auch externe Partner können eingebunden werden.

Was hat sich im Bereich des nationalen und internationalen Know­how­Transfers getan?
Auch hier wurden maßgebliche Änderungen vorgenommen. ZIM wurde für Unternehmen mit bis zu 999 Mitarbeitern geöffnet, allerdings nur, wenn Sie mit einem KMU kooperieren. Hier wird also gezielt die Kooperation von größeren Unternehmen mit KMU forciert.
ZIM hat auch einen klaren internationalen Fokus. Projekte können jederzeit mit ausländischen Partner wie Unternehmen oder Forschungseinrichtungen durchgeführt werden. Der entsprechende Fördersatz des deutschen Unternehmens wird dann pauschal um zehn Prozent erhöht. Die ausländischen Partner müssen ihre Finanzierung selbst mitbringen, werden also nicht aus ZIM gefördert. Hier ergeben sich für die deutschen KMU spannende Möglichkeiten der internationalen Kooperationen.

ZENIT-Förderexperte Bernd Meyer zum ZIM-Programm (Video auf ZENIT-Youtube-Kanal)


Kontakt:
Dr. Karsten W. Lemke
Telefon: 0208 30004-27
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Sabine Widdermann
Telefon: 0208 30004-79
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