EU-Projekt zum optimalen Wassereinsatz

Große Fragen rund um den optimalen Einsatz der Ressource Wasser stehen im Mittelpunkt eines im September startenden EU-Projektes mit 36 Partnern aus acht Ländern. Gemeinsam wird man technische und digitale Lösungen sowie neue Geschäftsmodelle erarbeiten, um Ansätze der Kreislaufwirtschaft und ‚smarte‘ Technologien stärker in der Praxis des Wassersektors zu implementieren. Koordiniert wird das Projekt vom Mülheimer IWW Zentrum Wasser, das die ZENIT-Förderexperten in Fragen der strategischen Antragstellung seit vielen Jahren begleiten und über verschiedene Netzwerke unterstützen.

Wie lässt sich in wasserarmen Regionen die Wasserverfügbarkeit erhöhen, wie das Thema Kreislaufwirtschaft auch im Wassersektor verankern, welche smarten, digitalen Lösungen  einsetzen und wie zur Bildung einer wasser-smarten Ökonomie und Gesellschaft beitragen? Vier Jahre lang werden sich die Projektpartner mit diesen zukunftsweisenden Fragen beschäftigen und dazu beitragen, Antworten auf eine der größten Herausforderungen unserer Zeit zu finden.

Grundlage dafür werden Fallstudien sein, die konkrete Problemstellungen in sechs europäischen Städten bzw. Regionen beleuchten. Als gewissermaßen lebendige Labore eingebunden sind Wasserbetriebe aus Alicante in Spanien, Bodø in Norwegen, Flandern in Belgien, Lissabon, Ostfriesland und Venedig. Sie werden jeweils gemeinsam mit Forschungspartnern und lokalen Technologieanbietern Lösungen entwickeln und demonstrieren. Das IWW begleitet die deutsche Fallstudie in Ostfriesland, wo es in wasserintensiven Betrieben der Molkereiwirtschaft darum gehen wird, Wasser so aufzubereiten, dass es im Produktionsprozess wiederverwertet werden kann. Außerdem werden die Mülheimer Experten einen Bewertungsrahmen für WaterSmart-Solutions entwickeln. Gerade im Bereich der Nutzung digitaler Werkzeuge sehen die Verantwortlichen des IWW noch ungenutzte Potenziale, weil es keine hinreichenden Standards für interagierende Systeme gebe. Auch diese weiterzuentwickeln, sei Ziel des komplexen Projektes.

Projektbeispiel
„Wir haben in den Fallstudien auch besonderen Wert auf die Einbindung von Behörden, Bürgerinitiativen und politischen Entscheidungsträgern gelegt, weil gute Ergebnisse nur dann den Weg in die Praxis finden, wenn alle Akteure von Beginn an einbezogen sind“ weiß Dr. David Schwesig, Technischer Leiter des IWW. Erfolge verspreche man sich sowohl bei der Bewältigung bestehender Probleme, als auch bei der Planung komplett neuer urbaner Siedlungen. Zu letzterer gehöre ein Projekt in Norwegen, wo auf einem alten Militärflughafen ein neuer Stadtteil entstehen wird. Zentrales Ziel sei es, kein Trinkwasser zu verschwenden und auch innovative, umweltfreundliche Konzepte für die Enteisung von Straßen und Bürgersteigen zu entwickeln. Hier wird zum Beispiel Wärmeenergie aus Meerwasser sowie Biogas aus der Abwasserreinigung als Ersatz für Salz und andere chemischen Substanzen verwendet, um Straßen und Wege eisfrei zu halten.

Smarte Lösungen sollen auch für das Abwasserproblem in der ökologisch sensiblen Lagune Venedigs gefunden werden. Dafür gelte es zum Beispiel, eine elektronische Marktplattform zu entwickeln, in der Bedarfe und Verfügbarkeit von aufbereitetem Abwasser für die Verwendung in Industrie und Landwirtschaft zusammengeführt werden können.

Projektdaten

  • Gegenstand/Name: Building a water‑smart society and economy, B-WaterSmart-Konsortium: 36 Organisationen aus 8 Ländern
  • EU‑Fördermittel: 15 Millionen Euro, davon 3 Millionen Euro nach Deutschland (1,9 Millionen Euro nach NRW)
  • Dauer: 4 Jahre
  • Projektkoordinator: IWW

Hintergrund IWW
Das IWW Zentrum Wasser zählt zu den führenden Instituten in Deutschland für Forschung, Beratung und Weiterbildung in der Wasserversorgung und ist ein An-Institut der Universität Duisburg-Essen und Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft e.V. des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Leistungen der sechs Geschäftsbereiche Wasserressourcen-Management, Wassertechnologie, Wassernetze, Wasserqualität, Angewandte Mikrobiologie und Wasserökonomie werden zum Beispiel von Versorgungsunternehmen, Industrie, Abwasserverbänden, öffentlichen Einrichtungen und Behörden in Anspruch genommen.

„Wir arbeiten mit ZENIT im Bereich der europäischen Forschungsförderung schon seit vielen Jahren zusammen und ich kann nur jedem empfehlen, das Know-how der Förderexperten des NRW.Europa-Teams zu nutzen.“ Dr. David Schwesig, Technischer Leiter IWW

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