App statt Zettelwirtschaft: Start-up aus dem Münsterland revolutioniert die Zeiterfassung

Für den diesjährigen Innovationspreis wurden technologisch ausgerichtete Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Start-ups (nicht älter als fünf Jahre) oder zwischen Unternehmen, Start-ups und Hochschulen / Forschungseinrichtungen zu den digitalen Themen der Zukunft gesucht. Mehr als 20 Projekte mit hoch interessanten Wettbewerbsbeiträgen wurden in einer Vorauswahl bewertet.

Kriterien waren die Kooperationsidee und -durchführung, der Innovationsgehalt des Projekts, wie etwa die Übertragbarkeit des Produkts und des Prozesses auf andere Branchen, erwarteter Projekterfolg und die Agilität der Zusammenarbeit.

Die Innovationspreisverleihung ist auf den 29. September 2020, 18.00 Uhr, verschoben worden. Die Finalisten stellen wir Ihnen in dieser Woche in alphabetischer Reihenfolge vor.

ClockIn

Thomas Bittmann, Geschäftsführer der DiTom Kanaltechnik GmbH in Ahlen (Westf.), und Jungunternehmer Frederik Neuhaus entwickelten eine App zur Zeiterfassung, die transparent, zeitsparend und problemlos Handwerksbetriebe bei der Erfassung der Arbeitszeit, Dokumentation und Auswertung im Büro unterstützt. Das System wurde bereits 2017 von Prof. Dr. Andreas Pinkwart mit dem Preis der Digitalen Wirtschaft NRW für seine besondere Innovationskraft ausgezeichnet und begeistert seitdem zahlreiche Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Drei Jahre benötigten Thomas Bittmann und Frederik Neuhaus um die System-Lösung aus nativer App und Büro-Verwaltungscenter (in Form von Software-as-a-Service) zu realisieren.

Thomas Bittmann suchte nach einer Lösung, um die zeitaufwändige und häufig fehleranfällige, da papiergebundene, Zeiterfassung seiner 30 Mitarbeiter im Außendienst zu ersetzen. Doch sämtliche Systeme, die er ausprobierte, schienen nicht geeignet. Entweder waren sie zu kompliziert in der Bedienung oder einfach viel zu teuer. „Meine Handwerker sind Praktiker und keine IT-Spezialisten und so sollte die App so einfach wie möglich zu bedienen sein“, beschreibt Bittmann seine Anforderung an Nutzerfreundlichkeit und Handhabung.

Bei einem gemeinsamen Gespräch berichtete er dem Münsteraner Jungunternehmer Frederik Neuhaus von seinem Problem. Neuhaus studierte unter anderem im Silicon Valley und eröffnete bereits während seines Studiums mit zwei Mitstreitern eine Firma für Webentwicklung und IT-Sicherheit in Münster. In mehreren Pilotprojekten mit Anwenderfirmen wurden die Nutzungsfeatures optimiert und es entstand die anwendungsorientierte App clockin. Dass Bittmann und Neuhaus so unterschiedliche berufliche Erfahrungen in ihr Joint-Venture einbringen, betrachten sie als eine ihrer größten Stärken.

Inzwischen erledigen Handwerksbetriebe verschiedenster Branchen und Größen mittels der clockin-App Zeiterfassung, Projektverwaltung und Dokumentation, und zwar komplett digital und mobil. Mitarbeiter im Außendienst können ihre Arbeitszeiten sowie Pausen exakt erfassen. Die Arbeitszeiten können in Lade- und Fahrzeiten differenziert werden. Die Verwaltung der Arbeitsstunden erfolgt mit wenigen Klicks über eine webbasierte Benutzer-Oberfläche im angeschlossenen Büro-Center. Darüber hinaus ist es möglich den jeweiligen Projektstatus anzugeben sowie eine Kundenbestätigung inklusive Unterschrift zu erfassen. Abgerundet wird die App u. a. durch eine Diktierfunktion und die Möglichkeit Fotos zu hinterlegen. Nicht nur Handwerksbetriebe nutzen clockin, sondern auch viele andere Branchen wie Pflegedienste, Logistiker, Großhändler, Beratungsunternehmen, etc.

Mittlerweile haben sich mehr als 2.000 Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei clockin angemeldet. Die clockin-App wurde für iPhone- und Android-Geräte entwickelt und lässt sich im AppStore bzw. über Google Pay herunterladen. clockin wird monatlich pro Mitarbeiter im Abonnement abgerechnet.


Weitere Informationen
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Simone Stangier
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