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Am 11.05.2009 diskutierten 30 Entscheidungsträger aus der produzierenden Wirtschaft in Mülheim an der Ruhr mit Fachleuten über die wirtschaftlichen Folgen von Produktpiraterie und mit welchen Schutzoptionen und Strategien dieser zunehmenden Gefahr begegnet werden kann.

Durch Produktpiraterie entsteht allein der deutschen Wirtschaft ein jährlicher Schaden in Höhe von 20-30 Mrd. Euro. Sehr deutlich nahm Hans Seelen, Vertreter des VDMA, in seinem Eingangsvortrag dazu Stellung: "Attraktivität und Weltmarktführerschaft haben ihren Preis: Nämlich Produktpiraterie". Eine Mitglieder-Umfrage des VDMA aus dem Jahr 2008 hat ergeben, dass die Plagiate überwiegend in Asien hergestellt werden. "Spitzenreiter" ist nach wie vor China. Technische Kopierschutzmaßnahmen werden für die Unternehmen daher immer wichtiger. Der VDMA unterstützt diese Entwicklung mit der Kampagne "Pro Original" und Martin Kokoschka vom Heinz-Nixdorf-Institut machte über die Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform ConImit (Contra Imitatio) deutlich, dass derzeit auch an wirksamen technischen Schutz- und Kennzeichnungssystemen gearbeitet wird.
Danach widmete sich Dr. Jens Mathes von der Rechtsanwaltskanzlei Linklaters LLP der Frage, "Welche Möglichkeiten ein Mittelständler besitzt um juristisch gegen Schutzrechtsverletzungen vorzugehen".

Der Praxisbericht von Prof. Andreas Limper, Geschäftsführer der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH, traf bei den anwesenden Mittelständlern auf besonderes Interesse. Er berichtete von seinen Erfahrungen mit einem ehemaligen chinesischem Lizenznehmer, der es zunächst "nur" an der Genauigkeit bei der Meldung verkaufter Einheiten vermissen ließ. Nach einer Marktsättigung in China machte der chinesische Imitator der Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH aber auch international Konkurrenz. Durch eine Konzentration der zentralen technologischen Wertschöpfungsstufen ins deutsche Stammwerk und der Umsetzung einer wertschöpfungsbasierten Servicestrategie in China hält die Firma die chinesischen Imitatoren im Produktbereich Gummimischtechnik heute besser auf Distanz. Dazu geht die Harburg-Freudenberger GmbH auch juristisch gegen die Produktpiraten vor, nicht zuletzt um unverschuldete Ansprüche im Bereich Produkthaftpflicht zu vermeiden.


Teilnehmer aus Wirtschaft und Industrie diskutieren zum Thema "Produktpiraterie".

Weiterführende Informationen zu den Inhalten und Beiträgen dieser Veranstaltung erhalten Sie bei:

Dr. Bernhard Iking
Telefon: 0208/ 30004-73
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