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Am 12. Juli 1984 wurde in Mülheim an der Ruhr das „Zentrum in Nordrhein-Westfalen für Innovation und Technik“ gegründet, wie ZENIT damals in seiner Langfassung hieß. Für eine Innovationsberatung und Technologiefördereinrichtung sind 25 Jahre ein beachtliches Alter. Schon in der Vergangenheit wurde bei ZENIT-Jubiläen darüber gerätselt, ob man das Alter von Organisationen unserer Art in Menschen-, Elefanten- oder Hundejahren bemisst. Einig war man sich, dass das Metier schnelllebig ist, also ein ZENIT-Jahr mehr sein muss als ein Menschenjahr. Dies stellte schon 1987 Johannes Rau, der damalige NRW-Ministerpräsident, in seiner Geburtstagsansprache zum dritten ZENIT-Geburtstag fest und fügte hinzu, dass er ansonsten noch nicht einmal Zeit habe, den dritten Geburtstag seiner Kinder mitzufeiern.

Gegründet wurde ZENIT in schwierigen Zeiten, zu Anfang der 1980er Jahre, der Spätphase der Zechenstilllegungen im Ruhrgebiet, dem massenhaften Wegfall von industriellen Arbeitsplätzen, vor allem in der Montanindustrie. Stattdessen sollten neue Unternehmen her, in der Elektronik, im Maschinenbau, in der Umwelttechnik, später verstärkt auch im produktionsbezogenen Dienstleistungssektor. Von großen Konzernen zu kleinteiligen Strukturen, von Monostrukturen zu einer Branchenvielfalt, die sich an Megatrends und „Zukunftstechnologien“ orientierte.
Für ZENIT bedeutete dies in den ersten zehn Jahren Kärrnerarbeit für den NRW-Strukturwandel: Unterstützung von Erfindern und Unternehmensgründern, praktische Unterweisung bei der Einführung von neuen Technologien, z.B. mit Hilfe des SMD-Labors im Keller der Villa Jula Thyssen, dem ersten Firmendomizil, Erarbeitung von Businessplänen und Gutachten zu Finanzierungsplänen und Förder­anträgen, Durchführung von „Strategietagen“ mit Unternehmen, die innovieren wollten oder mussten, wie z.B. die große Zahl der Bergbauzulieferer im Ruhrgebiet, deren Schicksal fast gänzlich vom Wohl und Wehe der Ruhrkohle abhing. „TSP“, Technologie- und Strukturprogramm, hieß seinerzeit das Zauberwort, ein Fördertopf zur monetären Flankierung des Strukturwandels. ZENIT leistete in den Folgejahren mit der Bearbeitung und Betreuung von Entwicklungsprojekten von rund 2.000 mittelständischen Unternehmen im Rahmen des Technologieprogramms Wirtschaft, TPW, einen signifikanten Beitrag zur Initiierung und Umsetzung von technischen Innovationen.

Parallel entwickelte sich kontinuierlich ein neues Geschäftsfeld: die Europaberatung. Zunächst ging es ausschließlich darum, Fördergelder aus Brüssel für NRW-Projekte locker zu machen. Brüssel entdeckte damals gerade den Mittelstand, es wurde eine „Task Force KMU“ eingesetzt, die in kürzester Zeit ein Pilotprojekt startete, das bis heute ausstrahlt: Die Gründung des Euro Info Centre-Netzwerkes Mitte 1986. ZENIT war von Anfang an dabei: zunächst in der Pilotgruppe, die 32 handverlesene Organisationen aus zwölf Ländern umfasste. Ende 2007 waren es über 300 Beteiligte aus 48 Staaten – das erste EU-weite Netzwerk zur Information und Beratung für KMU zu allen Fragen des EU-Binnenmarktes. Fast schon legendär ist unsere Tour mit einem „EG-Bus“ durch die Neuen Bundesländer kurz nach der Öffnung der Grenzen, um die Chancen der Union auch in der ostdeutschen Wirtschaft schnell bekannt zu machen.

Anfang der 1990er Jahre wurde von der EU-Kommission mit dem Innovation Relay Centre-Netzwerk ein zweiter für NRW wichtiger Verbund ins Leben gerufen, an dem ZENIT ebenfalls vom Start weg teilnahm. Die Hauptaufgabe war der grenzüberschreitende Technologietransfer. Mit seinen rund 300 Vermittlungen (2001-2008) gehört ZENIT zu den erfolgreichsten Mitgliedern dieses Netzwerkes, das in seiner Endphase 250 Teilnehmer aus 33 Ländern mit über 1.000 Innovationsexperten umfasste. Wie etabliert und anerkannt die Arbeit der ZENIT GmbH innerhalb der Netzwerke ist, bezeugen unter anderem einige Auszeichnungen, wie z.B. der Award als „Bestes IRC“. Gewählt wurde ZENIT 2001 von den anderen Netzwerkpartnern, weil das IRC NRW als das „professionellste und effizienteste“ wahrgenommen wurde.

Erfolgreich war auch die Arbeit des Euro Info Centres bei ZENIT. So wurde z.B. gemeinsam mit einem Unternehmen, das man bei der Umstellung auf den Euro betreut hatte, das Mülheimer EIC-Team im Wettbewerb „Euro Trophies“ ausgezeichnet.

Neben der Unternehmens- und Förderberatung spielte für ZENIT zeitweise auch die Kommunalberatung eine wichtige Rolle. Im Auftrag verschiedener NRW-Kommunen wurden zwischen 1989 und 1995 ca. 15 Konzepte für den Aufbau von Technologie- und Gründerzentren in NRW erstellt. Teilweise mündete die Betreuung sogar in die Akquisitionsunterstützung beim Einwerben von Mietern und die Übernahme von Geschäftsführungsfunktionen.
In den ersten Jahren des laufenden Jahrzehnts kamen Aufgaben als Evaluator von Strukturfondsprogrammen und Unterstützungsleistungen beim Aufbau von Strukturen und Prozessen der Technologieförderung in verschiedenen europäischen Regionen hinzu. Dazu gehörten z. B. die Niederlande und verschiedene neue EU-Mitgliedstaaten wie Rumänien, Ungarn, Polen und Malta. Besonders stolz sind wir auf einen im harten Wettbewerb gewonnenen Beratungsauftrag der israelischen Regierung, über den wir den Einstieg Israels in das EU-Forschungsrahmenprogramm maßgeblich unterstützt haben.
Durch diese Aktivitäten im Ausland konnten gute Erfahrungen aus NRW in beachtlichem Umfang in andere EU-Regionen „exportiert“ und - quasi nebenbei - das internationale Netzwerk der ZENIT GmbH ausgeweitet werden.

Heute ist ZENIT besser aufgestellt als je zuvor. Das Aufgabenportfolio wird mit dem Dreiklang von Europa, Förderung sowie Technologie und Innovation (siehe Grafik) klar und deutlich beschrieben. Die Gesellschafter bekannten sich nach einer intensiv geführten Strategiediskussion erneut zum Satzungszweck und zur gleichberechtigten Zusammenarbeit im Rahmen des Public Private Partnership-Modells im Landesinteresse. Mit den beiden Hauptprojekten – NRW.Europa und Zukunft durch Innovation – hat ZENIT eine mittel- bis langfristig gesicherte Grundauslastung, die die Gesellschaft von konjunkturellen (wirtschaftlichen und politischen) Schwankungen unabhängig macht. Das Hauptaugenmerk besteht zurzeit darin, die Vernetzung in NRW mit anderen Akteuren der KMU-bezogenen Wirtschafts- und Technologiepolitik wie Kammern, Verbänden, Wirtschaftsförderern und nicht zuletzt den neu eingesetzten Clustermanagern zu intensivieren – im generellen Interesse des NRW-Mittelstandes, insbesondere aber zur Stärkung seiner technologischen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft.

Weitere Highlights in der 25jährigen Geschichte der ZENIT GmbH waren der Aufbau der erfolgreichen Patentverwertungsagentur PROvendis für die NRW-Hochschulen, die Ausgründung von mehreren erfolgreichen ZENIT-Gruppen sowie die Gründung eigener Unternehmen durch eine größere Anzahl von ehemaligen ZENIT-Mitarbeitern.
Immer wieder hat sich die ZENIT GmbH mit wichtigen Innovations- und Technologiefeldern in NRW beschäftigt, die es zusammenzubringen und zu fördern galt. Neben allen Bereichen der Produktions- und Automatisierungstechnik galt dies in besonderem Maße für die Umweltwirtschaft. Dieser heterogene, aber z.T. ausgesprochen starke Querschnittsektor mit über 2.000 Anbietern in NRW wurde seit unseren allerersten Anfängen immer wieder dokumentiert, so z.B. in der ersten Datenbank für Unternehmen und Produkte der Umweltschutztechnik in NRW im Jahre 1989. Diese Dokumentationen dienten nicht nur der Erleichterung der Zusammenarbeit untereinander, sondern waren auch die Basis für Kontakt- und Kooperationsanbahnungen in Europa und darüber hinaus.

Das ZENIT-Modell – vor 25 Jahren zunächst heftig umstritten – muss im Lichte solcher Leistungen und Erfahrungen als Erfolgsmodell gesehen werden. Aus der Außenperspektive, insbesondere in Europa, ist dies schon seit langem der Fall. Zunehmend werden die Arbeitsergebnisse der Gesellschaft aber auch in NRW anerkannt. Dies gilt natürlich insbesondere für die Unternehmen und anderen Akteure, die unmittelbar von unseren Informations-, Beratungs- und Vermittlungsleistungen profitieren. Daraus leiten wir unsere Motivation für die kommenden Aufgaben ab, denn schließlich sind Innovation und Strukturwandel durchaus als Daueraufgabe zu verstehen. Unser Dank gilt unseren Kunden, Gesellschaftern und nicht zuletzt allen ZENIT-Mitarbeitern, die diese Leistungen in den vergangenen 25 Jahren erbracht haben.

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Peter Wolfmeyer